Montag, Oktober 19, 2026
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EPOMAKER TH87 ISO im Test: Viel Tastatur, wenig Platz und die Frage nach dem richtigen Kompromiss

Mechanische Tastaturen haben längst aufgehört, reine Eingabegeräte zu sein. Zwischen Aluminiumgehäusen, wechselbaren Switches, unterschiedlichen Dämpfungsmaterialien und immer aufwendigeren Beleuchtungssystemen hat sich ein Markt entwickelt, in dem selbst vergleichsweise günstige Modelle mit Eigenschaften antreten, die vor einigen Jahren noch deutlich teureren Tastaturen vorbehalten waren. Gleichzeitig stellt sich eine ziemlich einfache Frage: Wie viel davon ist im Alltag tatsächlich notwendig? Die EPOMAKER TH87 ISO versucht, darauf eine pragmatische Antwort zu geben. Statt eines besonders ausgefallenen Layouts oder einer Konstruktion, die vor allem durch ihre technischen Daten beeindrucken soll, setzt der Hersteller auf das klassische Tenkeyless-Format, mechanische und austauschbare Schalter, drei Verbindungsmöglichkeiten sowie eine programmierbare RGB-Beleuchtung. Dazu kommt eine ISO-Variante, die gerade für den deutschen Markt entscheidend ist. Schließlich hilft die schönste Tastatur wenig, wenn Umlaute fehlen, die Eingabetaste ungewohnt ausfällt oder Sonderzeichen erst über zusätzliche Tastenkombinationen erreichbar sind. Interessant ist dabei weniger die einzelne Funktion als deren Zusammenspiel. Eine mechanische Tastatur muss nicht nur angenehm klingen und sich beim ersten Anschlag gut anfühlen. Sie soll über längere Schreibphasen hinweg ein konsistentes Tippgefühl vermitteln, zuverlässig zwischen Geräten wechseln, ausreichend stabil auf dem Schreibtisch stehen und im Idealfall auch nach Jahren noch reparierbar bleiben. Genau an diesen Punkten entscheidet sich, ob eine Tastatur langfristig überzeugt oder nach der anfänglichen Begeisterung wieder ausgetauscht wird. Die TH87 ISO bringt dafür zumindest auf dem Papier eine vernünftige Grundlage mit. Ihr Konzept verzichtet auf einen Nummernblock, behält aber die Funktionstasten, Navigationstasten und einen eigenständigen Pfeiltastenbereich bei. Das macht sie zu einer interessanten Alternative für alle Arbeitsplätze, an denen sowohl längere Texte als auch gelegentlich Spiele oder produktive Anwendungen zum Alltag gehören.

Verpackung und Lieferumfang: Unaufgeregt, aber durchdacht

EPOMAKER bleibt bei der Verpackung seiner bekannten Gestaltung treu. Der Karton kombiniert ein großflächiges Grün mit schwarzen Elementen und einer schematischen Darstellung der Tastatur. Auf der Vorderseite werden die wichtigsten Eigenschaften genannt: Hot-Swap-Unterstützung, drei Verbindungsarten, RGB-Beleuchtung und das TKL-Layout. Auf der Rückseite folgen die üblichen Herstellerinformationen, regulatorischen Kennzeichnungen und Sicherheitshinweise. Im Inneren liegt die Tastatur in einer passgenauen Kartonkonstruktion. Eine transluzente Schutzabdeckung verhindert direkten Kontakt zwischen Tastenkappen und Verpackung und schützt die Oberfläche vor Staub sowie oberflächlichen Beschädigungen. Darüber hinaus gibt es ein separates Fach für das Zubehör. Diese Aufteilung ist sinnvoll, weil kleinere Teile während des Transports nicht lose zwischen Tastatur und Karton geraten. Zum fotografisch dokumentierten Lieferumfang gehören eine Kurzanleitung, eine zusätzliche Karte, ein weißes USB-C-Kabel mit textiler Ummantelung, ein Werkzeug zum Entfernen von Tastenkappen und Schaltern sowie zwei zusätzliche mechanische Switches. Das Kabel besitzt einen Ferritkern, der hochfrequente Störungen auf der Leitung reduzieren soll. Bei einer Tastatur ist der praktische Nutzen unter gewöhnlichen Bedingungen zwar begrenzt, technisch handelt es sich dennoch um eine nachvollziehbare Maßnahme zur elektromagnetischen Entstörung. Das beigelegte Werkzeug ist wichtiger, als es zunächst erscheint. Eine Hot-Swap-Tastatur entfaltet ihren eigentlichen Vorteil erst dann, wenn einzelne Schalter ohne großen Aufwand ausgetauscht werden können. Ein beschädigter Switch muss nicht automatisch zum Austausch der gesamten Tastatur führen. Ebenso lassen sich einzelne Tasten gezielt mit anderen Schaltertypen bestücken, etwa um besonders häufig verwendete Eingaben mit einer abweichenden Charakteristik auszustatten. Die beiden zusätzlichen Switches sind dabei eine kleine, aber sinnvolle Ergänzung. Sie ermöglichen zumindest einen ersten Austausch, ohne unmittelbar Ersatzteile bestellen zu müssen. Welche konkreten Schaltervarianten verbaut sind und welche elektrischen Eigenschaften sie besitzen, lässt sich anhand der Verpackung und der vorliegenden Aufnahmen allerdings nicht abschließend bestimmen. Die Kurzanleitung konzentriert sich auf die grundlegende Inbetriebnahme. Das ist bei einer Tastatur mit mehreren Betriebsarten durchaus relevant, denn die Verbindung über Bluetooth, den 2,4-GHz-Empfänger und USB muss nachvollziehbar eingerichtet werden können. Ein umfangreiches gedrucktes Handbuch ist dafür nicht zwingend erforderlich. Entscheidend ist vielmehr, dass die benötigten Tastenkombinationen und Betriebszustände verständlich dokumentiert sind.

Design und Verarbeitung: Zurückhaltung mit gezielten Farbakzenten

Optisch gehört die TH87 ISO zu den Tastaturen, die sich nicht ausschließlich an ein klassisches Gaming-Publikum richten. Das fotografierte Modell kombiniert ein weißes Gehäuse mit weißen, grauen, gedämpft grünen und rosafarbenen Tastenkappen. Die Farbtöne sind bewusst zurückhaltend gewählt und erzeugen ein Gesamtbild, das eher an moderne Custom-Keyboards als an traditionelle Gaming-Hardware erinnert. Die Farbverteilung erfüllt dabei auch einen funktionalen Zweck. Funktionstasten und Navigationstasten sind in voneinander abgesetzte Gruppen unterteilt. Die Escape-Taste und die Eingabetaste erhalten durch ihre grünliche Farbgebung zusätzliche Aufmerksamkeit, während Leertaste und Pfeiltasten mit einem hellen Rosaton hervorgehoben werden. Dadurch lassen sich bestimmte Tastenbereiche schneller visuell erfassen, ohne dass zusätzliche Beschriftungen notwendig wären. Das Gehäuse besitzt eine flache, weitgehend geschlossene Form mit abgerundeten Ecken. Auf auffällige Zierelemente, große Herstellerlogos oder zusätzliche Bedienelemente an der Oberseite verzichtet EPOMAKER weitgehend. Die Tastatur wirkt dadurch aufgeräumt. Gerade auf einem Arbeitsplatz, an dem bereits mehrere Monitore, Eingabegeräte und andere Peripherie untergebracht sind, kann diese Zurückhaltung durchaus ein Vorteil sein. Auffällig ist die relativ breite obere Gehäusekante. Sie verleiht der Tastatur eine klare Kontur und schafft Abstand zwischen Funktionstasten und äußerem Rand. Gleichzeitig trägt sie zur insgesamt etwas größeren Grundfläche bei. Ein TKL-Modell ist zwar deutlich kompakter als eine vollständige Tastatur mit Nummernblock, aber keineswegs automatisch besonders klein. Bei der Materialwahl ist eine wichtige Unterscheidung erforderlich. Die Verpackung nennt PBT als Material der Tastenkappen. PBT gilt aufgrund seiner vergleichsweise hohen Abriebfestigkeit und seiner geringeren Neigung zur Ausbildung glänzender Oberflächen als gute Grundlage für langlebige Keycaps. Allerdings hängt deren tatsächliche Beständigkeit nicht allein vom Kunststoff ab. Ebenso entscheidend sind Wandstärke, Oberflächenstruktur und das Verfahren, mit dem die Beschriftung aufgebracht wird. Die Beschriftung der deutschen ISO-Tasten erscheint auf den Fotos sauber und gut lesbar. Neben den üblichen Buchstaben sind auch Sonderzeichen und teilweise zusätzliche Legenden für unterschiedliche Betriebssysteme vorhanden. Die Tastatur versucht damit, Windows- und macOS-Nutzung innerhalb desselben Tastensatzes abzudecken. Interessant ist, dass die Beschriftungen nicht ausschließlich auf ein Betriebssystem zugeschnitten sind. Die Kombination aus Windows-, Option- und Command-Hinweisen erleichtert den Wechsel zwischen unterschiedlichen Rechnern. Allerdings erfordert sie etwas Aufmerksamkeit, weil nicht jede aufgedruckte Bezeichnung gleichzeitig zur aktiven Betriebsart gehört. Die Unterseite zeigt ein weitgehend geschlossenes Gehäuse mit vier länglichen Auflageflächen und zwei ausklappbaren Standfüßen. Letztere erlauben eine Veränderung des Anstellwinkels. Das ist eine einfache, aber wichtige Eigenschaft, denn die Höhe der hinteren Tastaturkante beeinflusst unmittelbar die Handhaltung. Eine stärkere Neigung wird häufig als komfortabler empfunden, ist ergonomisch jedoch nicht automatisch günstiger. Wird das Handgelenk dauerhaft nach oben abgeknickt, steigt die Belastung der Streckmuskulatur. Die flachere Einstellung kann deshalb gerade bei längeren Schreibphasen die bessere Wahl sein. Die Standfüße sind konstruktiv konventionell ausgeführt. Ob die Scharniere über Jahre hinweg ihre ursprüngliche Stabilität behalten, lässt sich aus dem äußeren Aufbau allein nicht ableiten. Gleiches gilt für die Verwindungssteifigkeit des Gehäuses und die Qualität der internen Verschraubung. Dafür wären eine gezielte Belastungsprüfung beziehungsweise eine Demontage erforderlich.

TKL und deutsches ISO-Layout: Der vernünftige Mittelweg

Das Tenkeyless-Format ist seit Jahren eine der sinnvollsten Alternativen zur klassischen Vollformat-Tastatur. Der Verzicht auf den Nummernblock reduziert die Breite erheblich, ohne wichtige Tastenbereiche zu opfern. Funktionstasten, Navigationstasten, Einfügen, Entfernen sowie die Pfeiltasten bleiben vollständig erhalten. Gerade bei der Arbeit mit Texten, Tabellen, Programmcode oder Content-Management-Systemen ist das ein erheblicher Unterschied gegenüber stark komprimierten 60- oder 65-Prozent-Tastaturen. Dort sind zahlreiche Funktionen nur über zusätzliche Ebenen erreichbar. Das spart zwar Platz, verlagert aber einen Teil der Bedienung auf Tastenkombinationen, die erst erlernt werden müssen. Die TH87 ISO bleibt dagegen nah an der klassischen PC-Tastatur. Die Funktionstasten sind in Vierergruppen aufgeteilt, der Navigationsblock ist separat angeordnet und die Pfeiltasten bilden ein eigenständiges Kreuz. Dadurch entsteht eine vertraute Bedienstruktur, die keine grundlegende Umgewöhnung verlangt. Besonders wichtig ist die deutsche ISO-Belegung. Das Testmodell besitzt eine große, zweizeilige Eingabetaste, eine zusätzliche Taste neben der linken Umschalttaste und die gewohnte QWERTZ-Anordnung einschließlich Ä, Ö und Ü. Damit entfällt einer der häufigsten Kritikpunkte an importierten mechanischen Tastaturen, die zwar technisch interessant sind, aber ausschließlich mit amerikanischer ANSI-Belegung angeboten werden. Die deutsche Belegung ist nicht nur eine Frage der Gewohnheit. Wer regelmäßig längere Texte schreibt, profitiert von unmittelbar erreichbaren Umlauten und vertrauten Sonderzeichen. Auch beim Programmieren kann eine abweichende Belegung zunächst störend sein, weil Zeichen wie geschweifte Klammern, Backslashes oder bestimmte Operatoren an anderen Positionen liegen. Ein kleiner Kompromiss bleibt dennoch bestehen. Durch den Verzicht auf den Nummernblock fehlt eine besonders komfortable Möglichkeit zur Eingabe großer Zahlenmengen. Für gelegentliche Tabellenarbeit ist das unproblematisch. Bei regelmäßiger Buchhaltung, umfangreichen Kalkulationen oder datenintensiven Anwendungen kann eine separate numerische Eingabeeinheit sinnvoller sein. Dafür entsteht rechts neben der Tastatur mehr Platz für die Maus. Das reduziert bei vielen Schreibtischkonfigurationen die seitliche Entfernung zwischen Schreibposition und Mausbedienung. Insbesondere bei längeren Arbeitsphasen kann dieser Unterschied relevanter sein als einige zusätzliche Funktionstasten. Die TH87 ISO verfolgt damit kein radikales Ergonomiekonzept. Sie besitzt weder eine geteilte Bauform noch ortholinear angeordnete Tasten oder frei positionierbare Daumencluster. Ihr Vorteil liegt vielmehr darin, innerhalb eines vertrauten Layouts Platz einzusparen, ohne die Bedienung grundlegend zu verändern.

Gasket-Mount und fünf Dämpfungsschichten: Was unter den Tastenkappen steckt

Unter der vergleichsweise schlichten Oberfläche befindet sich eine Konstruktion, die deutlich aufwendiger ausfällt, als das äußere Erscheinungsbild vermuten lässt. EPOMAKER verwendet eine Gasket-Mount-Befestigung, eine Polycarbonat-Platte und eine mehrschichtige Geräuschdämmung. Die Kombination soll den Tastenanschlag weicher gestalten und störende Resonanzen innerhalb des Gehäuses reduzieren. Bei einer herkömmlichen mechanischen Tastatur ist die Schalterplatte häufig relativ starr mit dem Gehäuse verbunden. Dadurch werden die beim Tippen entstehenden Kräfte unmittelbar auf die Gehäusestruktur übertragen. Je nach Material, Befestigung und Hohlräumen können dabei unerwünschte Geräusche entstehen. Besonders bei preiswerten Konstruktionen zeigt sich das durch ein hohles Klappern oder einen metallisch wirkenden Nachklang. Die TH87 verfolgt einen anderen Ansatz. Ihre Schalterplatte wird über nachgiebige Elemente gelagert, wodurch eine gewisse mechanische Entkopplung vom Gehäuse entsteht. Zusätzlich besitzen sowohl die Polycarbonat-Platte als auch die Leiterplatte sogenannte Flex-Cuts. Diese gezielten Aussparungen reduzieren lokal die Steifigkeit und ermöglichen eine kontrollierte Nachgiebigkeit. Polycarbonat ist dabei kein zufällig gewähltes Material. Im Vergleich zu einer starren Metallplatte kann es ein weniger hartes Anschlaggefühl unterstützen. Allerdings hängt die tatsächliche Wirkung von der gesamten Konstruktion ab. Eine Polycarbonat-Platte allein garantiert noch keinen angenehmen Tastenanschlag, ebenso wenig wie eine Gasket-Mount-Befestigung automatisch zu einer deutlich federnden Tastatur führt. EPOMAKER kombiniert diese Grundlage mit fünf unterschiedlichen Dämpfungselementen. Dazu gehören PORON-Schaum zwischen Platte und Leiterplatte, eine IXPE-Zwischenlage, eine zusätzliche akustisch wirksame Schicht, EPDM-Material im Bereich der Switch-Sockel und eine Silikonlage im Gehäuseboden. Die Materialien übernehmen unterschiedliche Aufgaben. PORON kann mechanische Schwingungen aufnehmen und die direkte Übertragung von Anschlagenergie reduzieren. IXPE beeinflusst unter anderem die akustischen Eigenschaften rund um die Schalter. EPDM besitzt elastische und dämpfende Eigenschaften, während die Silikonlage im unteren Gehäusebereich zusätzliche Resonanzen begrenzen soll. Entscheidend ist jedoch, dass diese Schichten nicht isoliert betrachtet werden dürfen. Eine zu starke Bedämpfung kann das Klangbild zwar beruhigen, gleichzeitig aber auch die akustische Rückmeldung deutlich reduzieren. Eine zu weiche Konstruktion wiederum kann bei kräftigem Anschlag ein schwammiges Gefühl erzeugen. Die technische Herausforderung besteht darin, Geräuschkontrolle und definierte Rückmeldung miteinander zu verbinden. Die TH87 ist konstruktiv auf einen kontrollierten, möglichst gleichmäßigen Anschlag ausgelegt. Ob die Abstimmung tatsächlich den persönlichen Vorstellungen entspricht, hängt allerdings auch vom verbauten Switch ab. Ein leiser linearer Schalter verändert den Charakter der Tastatur erheblich stärker als eine andere Gehäusefarbe oder ein zusätzlicher Millimeter Dämmmaterial. Mit einem angegebenen Gewicht von ungefähr einem Kilogramm fällt die TH87 für eine Kunststofftastatur relativ schwer aus. Die Abmessungen betragen 366,5 × 142,1 × 41,4 Millimeter. Das Gehäuse besteht aus ABS-Kunststoff, während die eigentliche Schalterplatte aus Polycarbonat gefertigt ist. Die Materialkombination ist wirtschaftlich nachvollziehbar. Ein vollständig gefrästes Aluminiumgehäuse würde die Produktionskosten deutlich erhöhen und wäre für das angestrebte Konzept nicht zwingend erforderlich. ABS lässt sich präzise formen, bietet ausreichend Gestaltungsfreiheit und kann bei entsprechender Wandstärke eine stabile Grundlage bilden. Die tatsächliche Langzeitbeständigkeit hängt allerdings von der Konstruktion und der Belastung der Befestigungspunkte ab.

Mechanische Switches: Zwei unterschiedliche Charaktere

EPOMAKER bietet die TH87 mit unterschiedlichen Schaltervarianten an. Besonders relevant sind die Sea Salt Silent V2 und die Creamy Jade Switches. Beide arbeiten nach einem linearen Prinzip, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich Geräuschentwicklung und Anschlagcharakteristik. Die Sea Salt Silent V2 sind auf einen möglichst geräuscharmen Betrieb ausgelegt. Sie benötigen laut Hersteller eine Auslösekraft von 45 ± 5 Grammkraft und besitzen einen Vorlaufweg von 1,8 ± 0,4 Millimetern. Der gesamte Tastenhub beträgt 3,5 ± 0,4 Millimeter. Die Kraft am unteren Anschlag liegt bei ungefähr 51 ± 5 Grammkraft. Diese Werte positionieren die Schalter im Bereich leichtgängiger mechanischer Switches. Die Auslösung erfolgt relativ früh, ohne dass ein ausgeprägter taktiler Widerstand überwunden werden muss. Für längere Schreibphasen kann das angenehm sein, weil die Finger weniger Kraft aufbringen müssen. Gleichzeitig steigt bei sehr leichtgängigen Schaltern unter Umständen die Wahrscheinlichkeit unbeabsichtigter Eingaben, insbesondere wenn die Finger dauerhaft auf den Tasten ruhen. Die geräuschreduzierende Konstruktion der Sea Salt Silent V2 verfolgt ein anderes Ziel als klassische lineare Gaming-Switches. Nicht der möglichst markante Anschlag steht im Mittelpunkt, sondern die Begrenzung der beim Auftreffen und Zurückfedern entstehenden Geräusche. Dadurch eignen sich solche Schalter besonders für gemeinsam genutzte Arbeitsräume oder Umgebungen, in denen lautes Tippen störend wäre. Die Creamy Jade Switches besitzen ebenfalls eine angegebene Auslösekraft von 45 ± 5 Grammkraft. Ihr Vorlaufweg beträgt 2,0 ± 0,4 Millimeter, der Gesamthub 3,6 ± 0,4 Millimeter. Mit ungefähr 50 ± 5 Grammkraft liegt die Kraft am unteren Anschlag auf einem vergleichbaren Niveau. Der wesentliche Unterschied liegt damit weniger in den nominellen Kraftwerten als in der akustischen und mechanischen Abstimmung. Die Creamy Jade sind nicht ausdrücklich als Silent-Switches konstruiert und sollen einen deutlicher wahrnehmbaren Anschlag vermitteln. Trotz der Bezeichnung und der teilweise missverständlichen Beschreibung als besonders rückmeldungsstark handelt es sich laut technischen Daten ebenfalls um lineare Schalter. Beide Varianten sind werkseitig geschmiert. Dadurch sollen Reibungsgeräusche und Unebenheiten während der Bewegung reduziert werden. Die Qualität einer solchen Schmierung lässt sich allerdings nicht allein aus den technischen Daten ableiten. Entscheidend sind die Gleichmäßigkeit zwischen den einzelnen Schaltern und die Beständigkeit des Schmiermittels über längere Nutzungszeiträume. Die TH87 unterstützt mechanische 5-Pin-Switches und besitzt Hot-Swap-Sockel. Damit lassen sich kompatible Schalter ohne Lötkolben austauschen. Gerade für eine langfristig genutzte Tastatur ist das ein erheblicher Vorteil. Ein einzelner defekter Schalter führt nicht zwangsläufig zum Ausfall des gesamten Eingabegeräts. Allerdings erfordert der Austausch etwas Sorgfalt. Werden Schalter nicht gerade eingesetzt, können sich die Kontaktstifte verbiegen. Auch die Hot-Swap-Sockel selbst sind mechanisch nicht unbegrenzt belastbar. Häufiges, unsachgemäßes Wechseln kann ihre Lebensdauer beeinträchtigen. Die Fotografien dokumentieren zwar die mitgelieferten Ersatzschalter, erlauben jedoch keine zweifelsfreie Identifikation der im konkreten Exemplar verbauten Variante. Eine belastbare Beurteilung des tatsächlichen Tippgeräuschs, der Schalterreibung und der Gleichmäßigkeit über sämtliche Tasten setzt deshalb eine entsprechende praktische Prüfung voraus.

Verbindungsmöglichkeiten: USB, Bluetooth und 2,4 GHz

Die TH87 besitzt drei Betriebsarten, die über einen physischen Schiebeschalter an der hinteren Gehäuseseite ausgewählt werden. Dort befindet sich auch der USB-C-Anschluss. Ein zweiter Schalter erlaubt die Umschaltung zwischen Windows- und macOS-Betrieb. Diese Lösung hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber einer vollständig softwaregesteuerten Bedienung: Der aktuelle Betriebsmodus ist unmittelbar am Gerät erkennbar. Gerade beim Wechsel zwischen mehreren Rechnern reduziert das die Unsicherheit, ob eine fehlende Eingabe auf die Verbindung, das Betriebssystem oder eine versehentlich aktivierte Tastenkombination zurückzuführen ist. Für eine möglichst stabile Verbindung bietet sich USB an. Die Tastatur arbeitet dabei kabelgebunden und benötigt keine aktive Funkverbindung. Gleichzeitig kann der integrierte Akku geladen werden. Die Position des Anschlusses an der Rückseite ist für eine stationäre Verwendung sinnvoll, weil das Kabel direkt hinter der Tastatur geführt werden kann. Der 2,4-GHz-Modus verwendet einen eigenen USB-Empfänger. Dieser liegt laut Hersteller in einer Aussparung unter einem der ausklappbaren Standfüße. Das ist eine praktische Lösung, weil der kleine Dongle beim Transport nicht separat aufbewahrt werden muss. Technisch ist die 2,4-GHz-Verbindung vor allem für Situationen interessant, in denen eine niedrige Eingabeverzögerung und eine hohe Abfragerate gewünscht sind. EPOMAKER nennt für den kabelgebundenen Betrieb und die proprietäre Funkverbindung jeweils eine Polling-Rate von 1.000 Hz. Im Bluetooth-Modus beträgt sie 125 Hz. Die Polling-Rate beschreibt, wie häufig Eingabeinformationen übertragen beziehungsweise abgefragt werden können. Bei 1.000 Hz ergibt sich rechnerisch ein Intervall von einer Millisekunde, bei 125 Hz sind es acht Millisekunden. Daraus lässt sich allerdings nicht unmittelbar die tatsächliche Eingabelatenz ableiten. Diese wird zusätzlich durch Schaltererkennung, Entprellung, interne Signalverarbeitung und die Kommunikation mit dem Host beeinflusst. EPOMAKER nennt Latenzwerte von zwei Millisekunden über USB, fünf Millisekunden über 2,4 GHz und elf Millisekunden über Bluetooth. Diese Angaben sind als Herstellerwerte einzuordnen und ersetzen keine unabhängige Messung der vollständigen Eingabeverzögerung. Für gewöhnliche Büroarbeit sind die Unterschiede zwischen den Verbindungsarten häufig weniger relevant als deren Zuverlässigkeit. Bei schnellen Spielen können zusätzliche Millisekunden dagegen durchaus Bedeutung gewinnen. Die TH87 bietet mit USB und 2,4 GHz jedenfalls zwei Betriebsarten, die auf eine vergleichsweise schnelle Signalübertragung ausgelegt sind. Bluetooth erweitert die Einsatzmöglichkeiten auf Notebooks, Tablets und andere kompatible Geräte. EPOMAKER nennt Windows, macOS und Android als unterstützte Plattformen. Die Betriebssystemumschaltung ist dabei besonders hilfreich, weil sich die Zuordnung wichtiger Sondertasten zwischen Windows und macOS unterscheidet. Eine Einschränkung ergibt sich aus der Softwareunterstützung. Die hardwareseitige Kompatibilität mit mehreren Betriebssystemen bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Konfigurationsfunktionen auf jeder Plattform verfügbar sind.

Akku und Laufzeit: 10.000 mAh mit Einschränkungen

Mit einer angegebenen Kapazität von 10.000 mAh besitzt die TH87 einen für eine mechanische Tastatur ausgesprochen großen Akku. Das ist insbesondere deshalb interessant, weil die RGB-Beleuchtung einen erheblichen Anteil am Energieverbrauch haben kann. EPOMAKER nennt eine Laufzeit von ungefähr 45 Stunden bei maximaler Hintergrundbeleuchtung und bis zu 200 Stunden bei ausgeschalteter Beleuchtung. Die Differenz zeigt deutlich, welchen Einfluss die LEDs auf die Energiebilanz haben. Bei einer täglichen Nutzungsdauer von acht Stunden entsprechen 200 Stunden rechnerisch etwa 25 Arbeitstagen. Mit maximaler Beleuchtung reduziert sich dieser Wert auf rund fünfeinhalb Tage. Die tatsächliche Laufzeit kann jedoch abhängig von Verbindungsart, Helligkeit, Beleuchtungseffekt, Standby-Verhalten und Nutzungsintensität abweichen. Die Kapazitätsangabe allein erlaubt außerdem keinen direkten Vergleich mit jeder anderen Tastatur. Entscheidend ist die tatsächlich verfügbare Energie in Wattstunden, die sich aus Kapazität und nomineller Zellspannung ergibt. Bei einer angenommenen Lithiumzellenspannung von 3,7 Volt entsprächen 10.000 mAh ungefähr 37 Wattstunden. Dieser Wert ist eine rechnerische Einordnung und keine unabhängig bestätigte Messung des Akkupakets. Ein großer Akku bringt neben der Laufzeit auch konstruktive Konsequenzen mit sich. Er benötigt Platz, erhöht das Gewicht und ist ein Bauteil, dessen Kapazität mit zunehmendem Alter nachlässt. Bei einer langfristig genutzten Tastatur wäre deshalb besonders interessant, wie einfach sich der Akku später austauschen lässt. Eine entsprechende Reparaturanleitung oder eine ausdrücklich zugesicherte Ersatzteilversorgung gehört jedoch nicht zu den dokumentierten Eigenschaften. Die Möglichkeit zum kabelgebundenen Betrieb reduziert immerhin die Abhängigkeit vom Akku. Selbst wenn dessen Kapazität nach mehreren Jahren deutlich sinkt, bleibt USB als alternative Verbindung grundsätzlich verfügbar, sofern Elektronik und Stromversorgung weiterhin funktionieren.

RGB-Beleuchtung: Optisch gelungen, funktional nicht ohne Schwächen

Die RGB-Beleuchtung gehört zu den auffälligsten Eigenschaften der TH87. Auf den Aufnahmen verteilen sich unterschiedliche Farbtöne über die gesamte Tastatur. Blau, Türkis, Grün, Orange, Rosa und Violett gehen ineinander über und erzeugen eine gleichmäßige, farbenreiche Ausleuchtung zwischen den Tasten. EPOMAKER verwendet sogenannte South-Facing-LEDs. Diese befinden sich aus Sicht der Schalterausrichtung auf der dem Nutzer zugewandten Seite. Die Anordnung kann insbesondere bei bestimmten Cherry-Profil-Tastenkappen konstruktive Vorteile bieten, weil sie das Risiko mechanischer Interferenzen zwischen Schaltergehäuse und Tastenkappe reduziert. Die TH87 besitzt einzeln ansteuerbare RGB-LEDs und unterstützt unterschiedliche statische sowie dynamische Beleuchtungsmodi. Damit lassen sich sowohl zurückhaltende einfarbige Einstellungen als auch auffällige Farbverläufe realisieren. Ein wichtiger Unterschied besteht allerdings zwischen der Beleuchtung der Tastatur und der Beleuchtung der Beschriftung. Die verbauten Double-Shot-PBT-Tastenkappen sind nicht automatisch lichtdurchlässig. Bei der TH87 steht vor allem die Ausleuchtung der Zwischenräume im Mittelpunkt. Die Legenden selbst bleiben weitgehend dunkel. Bei Tageslicht ist das kein Problem. Die schwarzen Beschriftungen besitzen auf den hellen Tastenkappen einen ausreichend hohen Kontrast. In einem vollständig abgedunkelten Raum fällt die Orientierung dagegen schwieriger aus, weil die Beleuchtung nicht unmittelbar durch die Buchstaben scheint. Das ist eine konstruktive Entscheidung, die je nach Einsatzgebiet unterschiedlich bewertet werden kann. Für einen beleuchteten Arbeitsplatz ist eine dezente Hintergrundbeleuchtung häufig vollkommen ausreichend. Wer dagegen regelmäßig bei Dunkelheit arbeitet und die Beschriftungen zuverlässig erkennen möchte, findet bei Tastaturen mit lichtdurchlässigen Legenden eine funktional günstigere Lösung. Positiv fällt die visuelle Trennung der einzelnen Tastenbereiche auf. Die Beleuchtung verteilt sich auf den Fotografien über Haupttastenfeld, Funktionstasten, Navigationsblock und Pfeiltasten. Größere, offensichtlich unbeleuchtete Bereiche sind nicht zu erkennen. Wie gleichmäßig die LEDs bei unterschiedlichen Helligkeitsstufen arbeiten und ob einzelne Farben sichtbare Abweichungen aufweisen, lässt sich aus den Aufnahmen nicht abschließend beurteilen. Ebenso wenig erlauben statische Fotografien eine zuverlässige Aussage über mögliche Flimmereffekte oder die Qualität dynamischer Übergänge.

Software und Programmierung: Vielseitigkeit mit Plattformgrenzen

Die TH87 unterstützt eine programmierbare Tastenbelegung und anpassbare Beleuchtungseinstellungen. EPOMAKER bewirbt dafür eine Softwarelösung, über die unter anderem Makros und alternative Tastenzuweisungen eingerichtet werden können. Gerade bei einer mechanischen Tastatur ohne zusätzliche Makrotasten ist diese Funktion relevant. Häufig verwendete Tastenkombinationen lassen sich auf weniger benötigte Tasten legen, wodurch sich bestimmte Arbeitsabläufe vereinfachen können. Das betrifft beispielsweise Mediensteuerung, Textbearbeitung oder wiederkehrende Befehle in Anwendungen. Allerdings ist die Konfigurationssoftware nach den Angaben des deutschen Produktangebots auf Windows beschränkt. Damit entsteht eine gewisse Diskrepanz zwischen der breiten Hardwarekompatibilität und den Möglichkeiten zur Anpassung. Die TH87 kann zwar mit macOS verwendet werden, doch die vollständige Konfiguration ist dadurch nicht automatisch unter macOS möglich. Für Linux gilt dieselbe Einschränkung. Gerade bei einem Eingabegerät, das sich ausdrücklich an unterschiedliche Plattformen richtet, wäre eine betriebssystemunabhängige Lösung vorzuziehen. Eine browserbasierte Konfiguration kann dieses Problem teilweise entschärfen, sofern der verwendete Browser und die jeweilige Geräteanbindung unterstützt werden. Entscheidend ist jedoch, welche Funktionen der konkrete Treiber bereitstellt und ob die Einstellungen anschließend dauerhaft im Gerät gespeichert bleiben. Eine ausdrücklich bestätigte Unterstützung für QMK oder VIA lässt sich aus den veröffentlichten technischen Angaben zur TH87 nicht ableiten. Entsprechend wäre es falsch, die Tastatur ohne weitere Prüfung als vollständig offen programmierbare Custom-Tastatur einzuordnen. Das ist kein grundsätzlicher Ausschluss für den produktiven Einsatz. Viele Nutzer benötigen keine komplexen Ebenensysteme oder frei definierbaren Firmwarefunktionen. Dennoch begrenzt eine proprietäre Konfigurationslösung die langfristige Flexibilität, insbesondere wenn der Hersteller die Softwarepflege irgendwann einstellt. Auch die Bedienung der Zweitfunktionen verdient Aufmerksamkeit. Die Funktionstasten besitzen keine durchgehend sichtbaren zusätzlichen Symbole für Medien- und Beleuchtungssteuerung. Dadurch müssen entsprechende Tastenkombinationen entweder auswendig gelernt oder in der Anleitung nachgeschlagen werden. Bei einer Tastatur, die sowohl für produktive Anwendungen als auch für Spiele vorgesehen ist, wäre eine klarere Kennzeichnung sinnvoll gewesen. Gerade häufig verwendete Funktionen sollten ohne längere Suche erreichbar sein.

Preis und Einordnung: Nicht mehr ganz so günstig, wie das Konzept vermuten lässt

Im deutschen EPOMAKER-Shop wird die TH87 ISO-DE derzeit mit 119,95 Euro angeboten. Damit bewegt sie sich nicht mehr im klassischen Einsteigersegment, sondern in einem Preisbereich, in dem bereits zahlreiche mechanische Tastaturen mit unterschiedlichen Gehäusematerialien, Schalterkonzepten und Softwarelösungen konkurrieren. Die Ausstattung ist für diesen Preis grundsätzlich umfangreich. Gasket-Mount, mehrschichtige Dämpfung, Hot-Swap-Sockel, Double-Shot-PBT-Tastenkappen, drei Verbindungsmöglichkeiten und ein großer Akku bilden eine technisch interessante Kombination. Allerdings ist die reine Anzahl der Ausstattungsmerkmale kein zuverlässiger Qualitätsmaßstab. Entscheidend ist, wie sorgfältig die Komponenten miteinander abgestimmt sind. Eine gute Schalterplatte und mehrere Dämpfungsschichten können eine schwache Firmware ebenso wenig ausgleichen wie ein großer Akku eine unzuverlässige Funkverbindung. Der Preis verlangt deshalb eine differenzierte Betrachtung. Die TH87 bietet viele Eigenschaften, die bei einfachen mechanischen Tastaturen fehlen. Gleichzeitig verzichtet sie auf ein Aluminiumgehäuse, zusätzliche Bedienelemente und eine eindeutig plattformübergreifende Konfigurationssoftware. Die Auswahl zwischen Sea Salt Silent V2 und Creamy Jade ist ein Vorteil, weil sich dadurch zwei unterschiedliche Nutzungsprofile abdecken lassen. Wer eine möglichst geräuscharme Tastatur sucht, wird eher zur Silent-Variante greifen. Für einen ausgeprägteren mechanischen Anschlag ist die Creamy-Jade-Ausführung interessanter. Die langfristige Wirtschaftlichkeit hängt zudem von der Ersatzteilversorgung ab. Hot-Swap-Sockel verbessern die Reparierbarkeit auf Schalterebene erheblich. Ob sich auch Akku, Leiterplatte oder andere interne Komponenten langfristig ersetzen lassen, bleibt dagegen offen.

Fazit: Eine durchdachte Grundlage mit einigen klaren Grenzen

Die EPOMAKER TH87 ISO gehört zu den mechanischen Tastaturen, deren Konzept vor allem durch Ausgewogenheit überzeugt. Das klassische TKL-Layout erhält die wichtigsten Tastenbereiche, während der fehlende Nummernblock Platz für eine ergonomisch günstigere Mausposition schafft. Die deutsche ISO-Belegung beseitigt eine wesentliche Hürde, die bei vielen international angebotenen mechanischen Tastaturen weiterhin besteht. Technisch interessant ist vor allem die interne Konstruktion. Gasket-Mount, eine flexible Polycarbonat-Platte, Flex-Cuts und fünf unterschiedliche Dämpfungsschichten zeigen, dass EPOMAKER die mechanischen und akustischen Eigenschaften der Tastatur bewusst beeinflussen möchte. Zusammen mit den werkseitig geschmierten Switches ergibt sich eine Grundlage, die über eine einfache Standardkonstruktion hinausgeht. Die Hot-Swap-Funktion erhöht die Flexibilität und erleichtert den Austausch einzelner Schalter. Der große Akku und die drei Verbindungsmöglichkeiten erweitern den Einsatzbereich zwischen stationärem Arbeitsplatz, Notebook und drahtlosem Gaming-Setup. Auch die physischen Schalter für Betriebssystem und Verbindung sind sinnvoll, weil sie grundlegende Funktionen unabhängig von einer Softwareoberfläche zugänglich machen. Weniger überzeugend fällt die Plattformstrategie aus. Eine Tastatur, die ausdrücklich Windows, macOS und Android unterstützt, sollte idealerweise auch eine entsprechend breite Konfigurationslösung anbieten. Die Beschränkung der Software auf Windows reduziert den Nutzen gerade für technisch anspruchsvollere Arbeitsumgebungen. Auch die RGB-Beleuchtung ist eher ein gestalterisches als ein funktionales Merkmal. Sie setzt das helle Gehäuse und die farbigen Tastenkappen wirkungsvoll in Szene, verbessert jedoch aufgrund der nicht lichtdurchlässigen Beschriftung die Lesbarkeit bei Dunkelheit nur eingeschränkt. Mit einem Preis von knapp 120 Euro muss sich die TH87 außerdem an einer zunehmend starken Konkurrenz messen lassen. Die Ausstattung rechtfertigt eine nähere Betrachtung, doch für eine uneingeschränkte Empfehlung wären insbesondere die langfristige Funkstabilität, die tatsächliche Akkulaufzeit, die Konsistenz der Schalter und die Zuverlässigkeit der Konfigurationssoftware entscheidend. Die TH87 ISO ist damit eine interessante Tastatur für einen Arbeitsplatz, an dem klassische Bedienbarkeit, drahtlose Flexibilität und die Möglichkeit zum Austausch mechanischer Schalter wichtiger sind als ein besonders aufwendiges Gehäuse oder eine vollständig offene Firmware. Ihre größten Stärken liegen in der Konstruktion und dem vielseitigen Grundkonzept. Ihre Grenzen zeigen sich vor allem bei der Software, der Beleuchtung der Beschriftungen und den bislang nicht abschließend bewertbaren Langzeiteigenschaften.

Transparenzhinweis

Die EPOMAKER TH87 ISO wurde DataHolic von EPOMAKER als Testgerät für eine unabhängige redaktionelle Bewertung zur Verfügung gestellt. Dieser Testbericht ist weder gesponsert noch bezahlte Werbung. EPOMAKER hatte keinerlei Einfluss auf die redaktionellen Inhalte oder die Bewertung. Ein herzlicher Dank gilt EPOMAKER und dem gesamten Team für die Bereitstellung des Testgeräts und die Unterstützung der unabhängigen redaktionellen Arbeit.