EPOMAKER Split70 im Test – Geteilte Tastatur zwischen klassischem Layout und ergonomischem Anspruch
- Aufbau und Konstruktion: Zwei Gehäuse, ein vertrautes Tastaturkonzept
- Tastenlayout: Vertraute Anordnung mit ungewöhnlichen Entscheidungen
- Mechanische Schalter, Hot-Swap und die Bedeutung der inneren Konstruktion
- Verbindungstechnik und Bedienelemente
- VIA und die Frage nach der tatsächlichen Anpassbarkeit
- Ergonomie im Vergleich: Split70, Dygma Raise 2, Defy und Sonsei
- RGB-Beleuchtung, Alltagstauglichkeit und praktische Grenzen
- Fazit: Ein sinnvoller Einstieg, aber keine vollständige ergonomische Neuentwicklung
- Transparenzhinweis
Geteilte Tastaturen gehören zu den interessantesten Entwicklungen im Bereich der mechanischen Eingabegeräte. Während klassische Tastaturen seit Jahrzehnten weitgehend dieselbe Anordnung verwenden, stellt das Split-Konzept eine grundlegende Frage: Weshalb müssen beide Hände eigentlich auf einer gemeinsamen, starren Fläche arbeiten? Die Antwort liegt weniger in technischen Notwendigkeiten als in historischen Konventionen. Die Anordnung der Tasten stammt aus einer Zeit, in der mechanische Schreibmaschinen den Aufbau bestimmten. Moderne Tastaturen haben diese Struktur übernommen, obwohl ihre Elektronik längst wesentlich flexiblere Konstruktionen ermöglicht.
Mit der Split70 greift EPOMAKER diesen Gedanken auf, verfolgt allerdings einen deutlich konservativeren Ansatz als einige spezialisierte Hersteller. Die Tastatur besteht aus zwei getrennten Gehäusehälften, deren Tastenanordnung weitgehend dem bekannten QWERTY-Layout folgt. Auf radikale Veränderungen wie ortholineare Tastenfelder, ausgeprägte Daumencluster oder eine vollständig neue Verteilung der Funktionstasten verzichtet EPOMAKER. Stattdessen soll die räumliche Trennung der beiden Hälften einen ergonomischen Vorteil ermöglichen, ohne gleichzeitig sämtliche erlernten Bewegungsabläufe infrage zu stellen.
Dieser Ansatz ist besonders interessant, weil mit der Dygma Defy, der Dygma Raise 2 und der Dygma Sonsei bereits mehrere unterschiedliche Interpretationen ergonomischer Tastaturen auf dem Prüfstand standen. Die Defy verfolgt mit ihrer spaltenorientierten Tastenanordnung und den umfangreichen Daumenclustern einen konsequent ergonomischen Ansatz. Die Raise 2 verbindet dagegen eine vertrautere Tastenanordnung mit einem modularen Split-Gehäuse und zusätzlichen Bedienelementen für die Daumen. Die Sonsei geht einen anderen Weg und setzt auf ein zusammenhängendes Gehäuse mit spaltenorientierter Anordnung. Alle drei Modelle zeigen, dass Ergonomie nicht allein durch die Form einer Tastatur entsteht. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel aus Handposition, Tastenverteilung, Bewegungsabläufen und individuellen Anpassungsmöglichkeiten.
Die EPOMAKER Split70 positioniert sich innerhalb dieses Spektrums als vergleichsweise unkomplizierter Einstieg. Zwei Gehäusehälften, 71 Tasten, ein Drehregler, vier zusätzliche Makrotasten, mechanische Hot-Swap-Switches, RGB-Beleuchtung und drei Verbindungsarten bilden die technische Grundlage. Hinzu kommt die Unterstützung von VIA, wodurch sich die Tastenbelegung grundsätzlich an unterschiedliche Arbeitsabläufe anpassen lässt. Damit bietet die Split70 auf dem Papier einige Eigenschaften, die sonst häufig mit deutlich aufwendigeren Tastaturkonzepten verbunden sind.
Allerdings bedeutet eine geteilte Konstruktion noch lange nicht, dass sämtliche ergonomischen Probleme einer klassischen Tastatur verschwinden. Gerade bei einem weitgehend unveränderten Tastenlayout bleiben bestimmte Bewegungsmuster bestehen. Hinzu kommt die Frage, wie sinnvoll die Aufteilung der Tasten tatsächlich umgesetzt wurde. Denn sobald eine Tastatur aus zwei unabhängigen Gehäusen besteht, erhalten scheinbar nebensächliche Details plötzlich eine größere Bedeutung. Die Verbindung zwischen den Hälften muss zuverlässig funktionieren, beide Gehäuse müssen sicher stehen und die Verteilung der Tasten sollte auch bei größerem Abstand noch sinnvoll bleiben.
Die Split70 ist deshalb weniger als exotisches Eingabegerät interessant, sondern vielmehr als Versuch, eine bislang überwiegend spezialisierten Produkten vorbehaltene Bauform zugänglicher zu gestalten. Ob dieses Konzept aufgeht, entscheidet sich nicht an der RGB-Beleuchtung oder der Anzahl der Verbindungsmöglichkeiten, sondern an der Frage, wie gut die mechanische Konstruktion und das Layout zusammenarbeiten.


Aufbau und Konstruktion: Zwei Gehäuse, ein vertrautes Tastaturkonzept
Bereits beim Auspacken fällt auf, dass EPOMAKER die Split70 optisch bewusst zurückhaltend gestaltet hat. Die beiden Gehäuse bestehen aus dunkelgrauen, kantigen Einheiten mit einer vergleichsweise schlichten Oberflächengestaltung. Auffällige Designelemente beschränken sich auf den Drehregler der linken Hälfte, die vier darunter angeordneten Zusatztasten und schmale Lichtleisten. Die Tastenkappen verwenden eine abgestufte Farbgebung aus hellen Grau- und Blautönen, wodurch sich die verschiedenen Tastenbereiche optisch voneinander unterscheiden.
Die Gehäuseform ist weitgehend rechteckig. Eine ausgeprägte ergonomische Kontur, wie sie bei stärker spezialisierten Split-Tastaturen vorkommt, fehlt. Beide Hälften lassen sich nebeneinander positionieren, sodass zunächst der Eindruck einer gewöhnlichen kompakten Tastatur entsteht. Erst durch die räumliche Trennung wird deutlich, welche Möglichkeiten das Konzept eröffnet. Die beiden Einheiten können unabhängig voneinander verschoben und in unterschiedlichen Winkeln aufgestellt werden.
Genau hier liegt der wesentliche konstruktive Unterschied zu einer herkömmlichen Tastatur. Bei einem starren Gehäuse ist der Abstand zwischen den Händen durch die Breite und Anordnung der Tasten vorgegeben. Die Unterarme müssen sich zwangsläufig zur Mitte des Arbeitsplatzes orientieren. Bei der Split70 kann jede Hälfte dagegen näher an der natürlichen Position des jeweiligen Arms platziert werden. Dadurch lässt sich insbesondere die seitliche Abwinkelung der Handgelenke reduzieren.
Die Konstruktion besitzt allerdings keine erkennbare integrierte Möglichkeit, die beiden Hälften gezielt nach außen anzuheben. Dieses sogenannte Tenting gehört bei ergonomisch ambitionierten Tastaturen zu den wichtigen Eigenschaften, weil dadurch die Unterarme weniger stark einwärts gedreht werden müssen. Eine flache Split-Tastatur ermöglicht zwar eine freiere Positionierung der Hände, verändert aber zunächst nur begrenzt deren Rotation.
Die Dygma Defy und die Raise 2 gehen an dieser Stelle weiter. Ihre ergonomischen Konzepte berücksichtigen neben der räumlichen Trennung auch die Neigung der Gehäusehälften. Gerade bei längeren Schreibarbeiten kann dieser Unterschied relevant werden. Die Split70 konzentriert sich dagegen auf die einfachste Form der ergonomischen Anpassung: Abstand und Winkel der beiden Hälften.
Ein Blick auf die Unterseiten zeigt vier längliche Gummifüße pro Gehäuse. Diese sind in den Eckbereichen angeordnet und sollen ein Verrutschen verhindern. Das ist bei einer geteilten Tastatur wichtiger als bei einem zusammenhängenden Modell. Jede Hälfte muss für sich stabil stehen, da die zweite Einheit keine zusätzliche mechanische Abstützung bietet. Besonders bei größeren Abständen oder einer stärker nach außen gedrehten Position können bereits kleine Bewegungen störend wirken.
Die Unterseiten verzichten auf eine aufwendige sichtbare Mechanik. Ausklappbare Standfüße oder ein integriertes Tenting-System sind auf den vorliegenden Aufnahmen nicht zu erkennen. Das vereinfacht zwar die Konstruktion, begrenzt gleichzeitig aber die ergonomische Flexibilität. Die Gehäuse bieten damit eine solide Grundlage für die horizontale Positionierung, ohne den Anspruch einer vollständig anpassbaren ergonomischen Arbeitsstation zu erfüllen.
Auch die Bauhöhe verdient Beachtung. Die Split70 verwendet klassische mechanische Schalter mit entsprechend hohen Tastenkappen. Dadurch liegen die Finger deutlich oberhalb der Tischoberfläche. Ohne passende Handballenauflage kann dies zu einer stärkeren Streckung der Handgelenke führen, insbesondere wenn die Tastatur weit hinten auf dem Schreibtisch steht. Eine niedrige Gehäusekante ersetzt deshalb keine durchdachte Handauflage.
Die Verarbeitung wirkt auf den Fotografien sauber. Die Gehäusekanten sind gleichmäßig ausgeführt, die Tastenkappen sitzen ordentlich auf den Schaltern und größere Unregelmäßigkeiten sind nicht erkennbar. Die matte Oberfläche vermeidet zumindest optisch den Eindruck einer stark glänzenden Kunststoffkonstruktion. Über die genaue Materialzusammensetzung des Gehäuses lässt sich daraus allerdings keine abschließende Aussage treffen. Entscheidend für die langfristige Qualität sind ohnehin weniger die Oberflächen als die Steifigkeit der Konstruktion, die Befestigung der internen Komponenten und die Haltbarkeit der Verbindungselemente.

Tastenlayout: Vertraute Anordnung mit ungewöhnlichen Entscheidungen
Die Split70 verwendet insgesamt 71 Tasten und orientiert sich weitgehend an einer kompakten ANSI-Tastatur. Die Buchstaben folgen dem gewohnten QWERTY-Schema, die Zahlenreihe bleibt erhalten und auf der rechten Seite befinden sich eigenständige Pfeiltasten. Eine vollständige Funktionstastenreihe fehlt dagegen. Die entsprechenden Funktionen müssen über zusätzliche Ebenen oder alternative Belegungen aufgerufen werden.
Das ist für kompakte Tastaturen grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Interessanter wird die Anordnung durch die Trennung in zwei Gehäusehälften. Die linke Hälfte übernimmt den überwiegenden Teil der linken Buchstabentasten sowie die ersten sechs Ziffern. Rechts befinden sich die übrigen Zeichen, die Navigationstasten und die größere Eingabetaste.
Auffällig ist die doppelte B-Taste. Sowohl auf der linken als auch auf der rechten Hälfte befindet sich eine entsprechende Taste. Diese Entscheidung wirkt zunächst ungewöhnlich, besitzt aber einen nachvollziehbaren Hintergrund. Bei klassischen Tastaturen liegt der Buchstabe B unmittelbar im Übergangsbereich zwischen den Händen. Je nach persönlicher Schreibtechnik wird er mit dem linken oder rechten Zeigefinger betätigt. Eine feste Zuordnung würde deshalb einen Teil der Anwender zu einer Veränderung ihrer Gewohnheiten zwingen.
Durch die doppelte Ausführung bleibt diese Entscheidung offen. Gleichzeitig zeigt sich daran, dass EPOMAKER die Split70 nicht als konsequente Neuerfindung des Schreibens versteht. Das bestehende Layout soll möglichst erhalten bleiben, selbst wenn dafür eine zusätzliche Taste erforderlich ist.
Bei der Dygma Defy stellt sich diese Frage in anderer Form. Dort sorgt die spaltenorientierte Anordnung dafür, dass die Fingerbewegungen stärker entlang ihrer natürlichen Bewegungsrichtung verlaufen. Die Split70 übernimmt dagegen die versetzten Tastenreihen einer klassischen Tastatur. Diese versetzte Anordnung ist historisch gewachsen und aus ergonomischer Sicht nicht zwangsläufig optimal. Besonders die linke Hand muss weiterhin seitliche Bewegungen ausführen, die sich aus der diagonalen Tastenstruktur ergeben.
Daraus entsteht ein wesentlicher Unterschied zwischen einer geteilten und einer tatsächlich neu organisierten Tastatur. Die Split70 verändert die Position der beiden Hände zueinander, nicht aber die grundlegende Verteilung der Buchstaben innerhalb der jeweiligen Hälfte. Wer bereits sicher auf einer klassischen Tastatur schreibt, profitiert von der geringen Umgewöhnung. Gleichzeitig bleiben einige der Bewegungsmuster erhalten, die bei radikaleren ergonomischen Konzepten bewusst verändert werden.
Die beiden Leertasten sind ebenfalls bemerkenswert. Jede Hälfte besitzt eine eigene, vergleichsweise breite Taste für den Daumen. Das eröffnet interessante Möglichkeiten für eine individuelle Belegung. Eine der beiden Tasten könnte beispielsweise weiterhin als Leertaste dienen, während die andere eine zusätzliche Funktion übernimmt. Denkbar sind Backspace, Enter, eine Modifikatortaste oder der temporäre Wechsel auf eine andere Ebene.
Gerade diese Möglichkeit gehört zu den wichtigsten ergonomischen Vorteilen programmierbarer Split-Tastaturen. Der Daumen ist kräftig und kann verschiedene Funktionen übernehmen, während bei gewöhnlichen Tastaturen häufig beide Daumen nahezu ausschließlich für die Leertaste vorgesehen sind. Allerdings bleibt die Split70 auch hier konservativ. Statt mehrerer unterschiedlich positionierter Daumentasten bietet sie lediglich die beiden großen Tasten.
Die Dygma Defy nutzt diesen Bereich erheblich konsequenter. Ihre Daumencluster erlauben die Verteilung mehrerer häufig benötigter Funktionen auf Tasten, die ohne größere Handbewegungen erreichbar sind. Dadurch lassen sich insbesondere die kleinen Finger entlasten, die bei traditionellen Tastaturen vergleichsweise viele Aufgaben übernehmen. Die Split70 ermöglicht zumindest einen ersten Schritt in diese Richtung, erreicht aber nicht dieselbe funktionale Tiefe.
Ein weiterer Unterschied betrifft die rechte Seite. Dort befinden sich eigenständige Pfeiltasten, die auch ohne zusätzliche Funktionsebene erreichbar bleiben. Für Textbearbeitung, Tabellenkalkulation und allgemeine Navigation ist das ein praktischer Vorteil. Viele besonders kompakte Tastaturen verlagern die Pfeiltasten auf eine zweite Ebene, wodurch zunächst eine zusätzliche Taste gehalten werden muss. EPOMAKER entscheidet sich hier für die direkte Erreichbarkeit.
Die Position der Navigationstasten liegt allerdings weit außen. Dadurch muss die rechte Hand für häufige Pfeiltastenbewegungen weiterhin ihre Grundposition verlassen. Eine alternative Belegung innerhalb des Buchstabenfeldes könnte diese Wege reduzieren. Genau an dieser Stelle gewinnt die VIA-Unterstützung an Bedeutung.
Auch die Entscheidung für das ANSI-Layout sollte nicht unterschätzt werden. Die abgebildete Tastatur besitzt keine deutsche ISO-Eingabetaste und keine entsprechend beschrifteten Umlaute. Für deutschsprachige Texte bedeutet dies eine zusätzliche Anpassung. Zwar lässt sich eine deutsche Zeichenbelegung grundsätzlich softwareseitig verwenden, die physische Tastenanordnung bleibt jedoch unverändert. Insbesondere die unterschiedliche Form der Eingabetaste und die fehlende zusätzliche ISO-Taste verändern die gewohnten Bewegungsabläufe.
Für Anwender, die ohnehin ANSI verwenden, stellt dies kein Problem dar. Bei einem Umstieg von einer deutschen Standardtastatur kommt zur ungewohnten Trennung allerdings eine weitere Veränderung hinzu. Damit relativiert sich der eigentlich geringe Lernaufwand der Split70 zumindest für einen Teil des deutschen Marktes.

Mechanische Schalter, Hot-Swap und die Bedeutung der inneren Konstruktion
Die Split70 setzt auf mechanische Schalter und unterstützt deren Austausch ohne Lötarbeiten. Die Fotografien der teilweise zerlegten Tastatur zeigen entsprechende Hot-Swap-Aufnahmen sowie eine helle Platte unterhalb der Tastenkappen. Die Aufnahmen lassen erkennen, dass EPOMAKER eine klassische mechanische Konstruktion verwendet und keine magnetischen Hall-Effect-Schalter.
Die Hot-Swap-Funktion gehört inzwischen bei vielen mechanischen Tastaturen zur Standardausstattung. Ihr praktischer Nutzen wird dennoch häufig unterschätzt. Schalter unterscheiden sich nicht nur durch ihren Auslösewiderstand, sondern auch durch ihren Bewegungsablauf, die Rückstellkraft, das akustische Verhalten und die Dämpfung beim Anschlag. Eine Tastatur kann dadurch mit vergleichsweise geringem Aufwand an unterschiedliche Anforderungen angepasst werden.
Bei der Split70 ist diese Möglichkeit besonders interessant, weil ergonomische Tastaturen häufig für längere Schreibarbeiten eingesetzt werden. Dort zählt weniger die theoretisch kürzeste Auslösezeit als vielmehr ein möglichst gleichmäßiges und ermüdungsarmes Tippgefühl. Leichtgängige lineare Schalter können angenehm sein, während taktile Modelle eine deutlichere Rückmeldung liefern. Gedämpfte Silent-Switches reduzieren zusätzlich die Geräuschentwicklung.
Die dokumentierte Demontage zeigt, dass die Tastenkappen und Schalter tatsächlich entfernt werden können. Unter den Schaltern werden die entsprechenden Aufnahmen sichtbar. Bei größeren Tasten kommen zusätzliche Stabilisatoren zum Einsatz, die verhindern sollen, dass die Tastenkappe bei außermittigem Druck stark verkantet.
Solche Stabilisatoren sind konstruktiv anspruchsvoller als gewöhnliche Einzeltasten. Besonders bei langen Leertasten und der Eingabetaste können unzureichend abgestimmte Komponenten zu Nebengeräuschen führen. Das bekannte Rasseln entsteht häufig durch Spiel zwischen Draht, Kunststoffgehäuse und beweglichen Teilen. Eine saubere Schmierung und präzise Fertigung können diese Geräusche reduzieren.
Die Fotografien zeigen außerdem zwei unterschiedliche Schalterausführungen. Während auf einer Hälfte Schalter mit grünlichen Kreuzaufnahmen zu erkennen sind, besitzt die andere Hälfte Schalter mit hellvioletten Kreuzaufnahmen. Zusätzlich ist eine Verpackung der EPOMAKER Lilac Mechanical Switches dokumentiert. Diese werden als taktile, vorgeschmierte und MX-kompatible Schalter mit gedämpfter Charakteristik beschrieben.
Damit wird deutlich, dass die Split70 nicht auf die werkseitige Bestückung beschränkt bleiben muss. Gerade für eine individuell konfigurierte Arbeitstastatur ist dies ein Vorteil. Die Möglichkeit, unterschiedliche Schalter einzusetzen, eröffnet sogar eine gezielte Abstimmung einzelner Tastenbereiche. Häufig verwendete Buchstaben könnten beispielsweise mit besonders leichtgängigen Schaltern ausgestattet werden, während Funktionstasten eine deutlichere taktile Rückmeldung erhalten.
Eine solche Mischbestückung ist technisch möglich, sollte allerdings nicht mit einer automatisch verbesserten Ergonomie gleichgesetzt werden. Unterschiedliche Betätigungskräfte können den Schreibfluss verändern und benötigen eine gewisse Eingewöhnung. Entscheidend ist ein konsistentes Verhalten der Tasten, das zu den persönlichen Gewohnheiten passt.
Die Konstruktion unterhalb der Schalter ist für das Tippgefühl ebenfalls relevant. Platine, Montageplatte, Gehäuse und mögliche Dämpfungselemente bilden ein mechanisches Gesamtsystem. Beim Anschlag entstehen Schwingungen, die sich über diese Komponenten ausbreiten. Eine steife Montageplatte vermittelt ein anderes Gefühl als eine flexible Konstruktion. Gleichzeitig beeinflusst das Gehäuse, welche Frequenzen verstärkt oder gedämpft werden.
Aus den Fotografien lässt sich die vollständige interne Schichtung nicht zuverlässig bestimmen. Die sichtbare helle Platte allein erlaubt weder eine eindeutige Aussage über deren Material noch über die verwendeten Dämpfungselemente. Auch die Frage, ob EPOMAKER eine besonders flexible Lagerung oder eine starre Befestigung verwendet, lässt sich ohne vollständige Zerlegung nicht abschließend beantworten.
Gerade deshalb ist eine Differenzierung wichtig: Hot-Swap erhöht die Wartbarkeit und Individualisierbarkeit, garantiert aber keine bestimmte akustische Qualität. Eine Tastatur kann mit hochwertigen Schaltern ausgestattet sein und dennoch störende Resonanzen erzeugen. Umgekehrt kann eine einfachere Konstruktion durch eine günstige Kombination aus Schaltern, Tastenkappen und Gehäuse ein angenehmes Schreibgefühl vermitteln.
Die Split70 bietet jedenfalls eine wichtige Grundlage für langfristige Anpassungen. Verschleißende oder defekte Schalter lassen sich einzeln ersetzen, ohne die gesamte Tastatur auszutauschen. Bei einem Eingabegerät, das über mehrere Jahre verwendet werden soll, ist dies ein nachvollziehbarer konstruktiver Vorteil.

Verbindungstechnik und Bedienelemente
Auf der Verpackung bewirbt EPOMAKER drei Verbindungsarten. Die Split70 unterstützt demnach den kabelgebundenen Betrieb über USB, eine drahtlose 2,4-GHz-Verbindung sowie Bluetooth. Diese Kombination ist bei modernen mechanischen Tastaturen weit verbreitet, bei geteilten Modellen jedoch technisch etwas anspruchsvoller.
Eine gewöhnliche Tastatur besitzt eine zentrale Elektronik, welche die Signale sämtlicher Tasten verarbeitet. Bei einem Split-Modell müssen dagegen die Eingaben zweier physisch getrennter Einheiten zusammengeführt werden. Dafür benötigt die Konstruktion eine zusätzliche Verbindung zwischen den Hälften.
Die Fotografien zeigen an einer Gehäuseseite zwei USB-C-Anschlüsse, einen Schiebeschalter mit Verbindungssymbolen sowie einen untergebrachten Funkempfänger. Zusätzlich gehört ein Verbindungskabel zum Lieferumfang. Damit besitzt die Split70 eine erkennbare technische Trennung zwischen der Kommunikation der beiden Hälften und der Verbindung zum Computer.
Diese Architektur unterscheidet sich von Tastaturen, deren Hälften vollständig unabhängig voneinander per Funk kommunizieren. Ein Kabel zwischen den beiden Einheiten schränkt die maximale Bewegungsfreiheit zwar etwas ein, vermeidet aber zugleich die Notwendigkeit einer zusätzlichen drahtlosen Verbindung zwischen den Tastaturhälften.
Die genaue interne Signalverarbeitung lässt sich aus der äußeren Konstruktion nicht ableiten. Insbesondere die Frage, welche Elektronik die Eingaben zusammenführt und wie sich die Energieversorgung auf die beiden Hälften verteilt, bleibt ohne technische Dokumentation offen. Die sichtbaren Anschlüsse zeigen jedoch, dass EPOMAKER den modularen Aufbau nicht ausschließlich mechanisch umgesetzt hat.
Im Vergleich zur Dygma Raise 2 wird deutlich, dass solche Details einen erheblichen Einfluss auf den Alltag besitzen. Bei der Raise 2 übernimmt das sogenannte Neuron zentrale Aufgaben innerhalb des Systems. Die Tastatur ist dadurch stärker auf eine eigene Architektur mit spezifischen Komponenten ausgelegt. Die Split70 verfolgt äußerlich einen weniger komplex wirkenden Ansatz, bei dem klassische USB-Verbindungen und ein integrierter Funkempfänger im Vordergrund stehen.
Die Unterstützung mehrerer Verbindungsarten ist besonders bei Arbeitsplätzen mit unterschiedlichen Geräten sinnvoll. Ein stationärer Computer kann beispielsweise über den 2,4-GHz-Empfänger angebunden werden, während Bluetooth für ein Notebook oder Tablet zur Verfügung steht. Eine kabelgebundene Verbindung bleibt unabhängig davon eine sinnvolle Alternative, insbesondere wenn die Akkus geladen werden müssen oder drahtlose Verbindungen unerwünscht sind.
Allerdings sollten die drei Betriebsarten nicht automatisch als technisch gleichwertig betrachtet werden. Bluetooth besitzt andere Eigenschaften hinsichtlich Energieverwaltung, Verbindungsaufbau und Eingabelatenz als eine proprietäre 2,4-GHz-Verbindung. USB wiederum vermeidet die typischen Unsicherheiten drahtloser Übertragung. Ohne entsprechende Messungen wäre es jedoch nicht seriös, konkrete Latenzwerte oder eine bestimmte Polling-Rate für die Split70 zu behaupten.
Der Drehregler auf der linken Gehäusehälfte ist ein weiteres interessantes Detail. Solche Regler werden häufig für die Lautstärkesteuerung eingesetzt, können bei entsprechender Konfiguration aber auch andere Aufgaben übernehmen. Die Position links oben ist gut erreichbar, ohne die eigentlichen Buchstabentasten zu verdrängen.
Darunter befinden sich vier zusätzliche Tasten mit den Beschriftungen M1 bis M4. Diese erweitern die verfügbaren Eingabemöglichkeiten und eignen sich grundsätzlich für Makros oder häufig benötigte Funktionen. Ihre vertikale Anordnung am linken Gehäuserand ist allerdings nicht für jede Anwendung ideal. Bei normaler Schreibhaltung liegen sie außerhalb des unmittelbaren Fingerbereichs und erfordern eine bewusste Bewegung der linken Hand.
Für gelegentlich verwendete Funktionen ist das unproblematisch. Für besonders häufig benötigte Befehle wäre dagegen eine Position näher an den Daumen oder innerhalb der Grundstellung ergonomisch günstiger.
Die Kombination aus Drehregler und Makrotasten zeigt dennoch, dass EPOMAKER die Split70 nicht ausschließlich als Schreibgerät versteht. Sie soll auch allgemeine Desktop-Aufgaben, Multimedia-Steuerung und individuell angepasste Arbeitsabläufe abdecken. Gerade in Verbindung mit VIA entsteht daraus eine gewisse funktionale Flexibilität.

VIA und die Frage nach der tatsächlichen Anpassbarkeit
Eine programmierbare Tastatur ist nur so flexibel wie die Software, über die ihre Funktionen eingerichtet werden. EPOMAKER bewirbt die Split70 ausdrücklich mit VIA-Unterstützung. Das ist zunächst positiv, weil VIA nicht auf eine ausschließlich herstellereigene Konfigurationsoberfläche setzt und bei kompatiblen Tastaturen eine weitreichende Anpassung der Tastenbelegung ermöglicht.
Das Prinzip besteht darin, die physisch vorhandenen Tasten mit unterschiedlichen Funktionen zu belegen. Neben gewöhnlichen Buchstaben und Sonderzeichen können dazu Modifikatortasten, Medienfunktionen und zusätzliche Ebenen gehören. Gerade bei kompakten Tastaturen ohne vollständige Funktionstastenreihe ist diese Möglichkeit wichtig.
Bei der Split70 ergibt sich daraus ein interessanter Spielraum. Die beiden Leertasten müssen nicht zwingend dieselbe Funktion übernehmen. Eine Hälfte könnte beispielsweise eine gewöhnliche Leertaste behalten, während die andere beim Gedrückthalten eine zusätzliche Ebene aktiviert. Dadurch ließen sich Pfeiltasten, Navigation oder Sonderzeichen direkt innerhalb des Buchstabenfeldes erreichen.
Auch die vier Makrotasten können zur Steuerung bestimmter Arbeitsabläufe dienen. Denkbar sind Tastenkombinationen für Texteditoren, Bildbearbeitungsprogramme oder Entwicklungsumgebungen. Dabei ist allerdings zwischen einfachen Tastenzuweisungen und komplexeren Makrofunktionen zu unterscheiden. Welche Möglichkeiten konkret zur Verfügung stehen, hängt von der implementierten Firmware und deren VIA-Unterstützung ab.
Die Dygma-Tastaturen verfolgen hier einen anderen Ansatz. Mit Bazecor steht eine eigenständige Konfigurationssoftware zur Verfügung, die umfangreiche Möglichkeiten für Ebenen, sogenannte Superkeys und weitere Funktionen bietet. Besonders interessant ist dabei die Verbindung zwischen der physischen Tastatur und den konfigurierten Ebenen. Funktionen wie Layer Lens sollen die Orientierung innerhalb komplexerer Belegungen erleichtern.
VIA bietet dagegen einen stärker standardisierten Ansatz. Das kann Vorteile bei der Unabhängigkeit von einer einzelnen Herstelleroberfläche besitzen, bedeutet aber nicht automatisch denselben Funktionsumfang. Insbesondere komplexe Mehrfachbelegungen und spezielle Verhaltensweisen müssen von der jeweiligen Firmware unterstützt werden.
Die Split70 sollte deshalb nicht allein aufgrund des VIA-Logos mit den umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten einer Dygma Defy gleichgesetzt werden. Beide Systeme ermöglichen eine Anpassung der Tastenbelegung, verfolgen dabei aber unterschiedliche technische und konzeptionelle Ansätze.
Ein weiterer Punkt betrifft die langfristige Wartbarkeit. Bei mechanischen Tastaturen kann die Softwareunterstützung über die Nutzungsdauer entscheiden. Eine technisch einwandfrei funktionierende Tastatur verliert erheblich an Wert, wenn ihre Konfiguration nach einem Betriebssystemwechsel oder durch eine eingestellte Anwendung nicht mehr zuverlässig möglich ist.
Die Verwendung einer verbreiteten Konfigurationslösung ist deshalb grundsätzlich sinnvoll. Sie ersetzt allerdings nicht die Verantwortung des Herstellers, passende Firmwaredateien, Gerätebeschreibungen und nachvollziehbare Anleitungen bereitzustellen. Ob die Split70 langfristig von einer offenen und gepflegten Firmwarebasis profitiert, hängt von der tatsächlichen Implementierung und deren weiterer Unterstützung ab.
Gerade für eine Split-Tastatur wäre eine dauerhaft zuverlässige Konfiguration wichtig. Denn ihr ergonomischer Nutzen wächst häufig erst dann, wenn die Tastenbelegung an die veränderte Handposition angepasst wird. Die bloße Trennung der Gehäuse ist nur der erste Schritt. Die eigentliche Stärke entsteht durch eine sinnvolle Verteilung der Funktionen.

Ergonomie im Vergleich: Split70, Dygma Raise 2, Defy und Sonsei
Der Vergleich mit den bereits getesteten Dygma-Tastaturen zeigt besonders deutlich, wie unterschiedlich sich ergonomische Konzepte entwickeln können. Obwohl alle vier Modelle eine Verbesserung der Handhaltung beziehungsweise der Fingerbewegungen anstreben, unterscheiden sie sich in ihrer konstruktiven Herangehensweise erheblich. Die Split70 und die Raise 2 setzen auf eine physische Trennung der beiden Tastaturhälften bei weitgehend vertrauter Tastenanordnung. Die Defy kombiniert dagegen die Trennung mit einer spaltenorientierten Anordnung und umfangreichen Daumenclustern. Die Sonsei verzichtet auf die physische Trennung, übernimmt jedoch die spaltenorientierte Struktur und bietet zusätzliche Daumentasten.
Die Split70 besitzt dabei einen wichtigen Vorteil: Der Einstieg erfordert vergleichsweise wenige Veränderungen. Die Buchstaben befinden sich an ihren gewohnten Positionen, die Zahlenreihe bleibt erhalten und auch die Pfeiltasten stehen unmittelbar zur Verfügung. Wer bereits das Zehnfingersystem beherrscht, muss deshalb nicht sämtliche Bewegungsabläufe neu erlernen. Lediglich die Trennung zwischen den Händen verändert die räumliche Orientierung.
Dieser Vorteil besitzt allerdings eine Kehrseite. Eine klassische Tastatur zwingt die Finger aufgrund ihrer versetzten Tastenreihen zu bestimmten seitlichen Bewegungen. Die Split70 übernimmt diese Anordnung nahezu vollständig. Die Handgelenke lassen sich zwar gerader ausrichten, die Finger selbst bewegen sich jedoch weiterhin entlang der bekannten diagonalen Struktur. Der ergonomische Gewinn konzentriert sich damit vor allem auf die Positionierung der Arme und Handgelenke.
Die Dygma Defy greift deutlich tiefer in die Bewegungsabläufe ein. Ihre spaltenorientierte Anordnung folgt stärker den natürlichen Bewegungsrichtungen der Finger. Gleichzeitig übernehmen die Daumen mehrere Funktionen, die auf klassischen Tastaturen häufig von den kleinen Fingern ausgeführt werden. Das kann langfristig zu einer anderen Verteilung der Belastung führen. Allerdings ist die Umgewöhnung entsprechend anspruchsvoller. Die ersten Tage mit einer solchen Tastatur können von Tippfehlern, ungewohnten Bewegungen und einem erheblichen Verlust der Schreibgeschwindigkeit geprägt sein.
Die Split70 vermeidet einen großen Teil dieser Einstiegshürde. Sie bietet damit einen nachvollziehbaren Kompromiss zwischen einer klassischen Tastatur und einem konsequent ergonomischen Eingabegerät. Dieser Kompromiss ist weder grundsätzlich besser noch schlechter. Entscheidend ist, welche Beschwerden, Anforderungen oder Gewohnheiten den Wechsel überhaupt motivieren.
Wer vor allem die seitliche Abwinkelung der Handgelenke reduzieren möchte, erhält durch die getrennten Gehäuse bereits eine wichtige Anpassungsmöglichkeit. Wer dagegen die Belastung einzelner Finger reduzieren, häufige Funktionen auf die Daumen verlagern oder die Drehung der Unterarme verändern möchte, stößt mit der Split70 schneller an konstruktive Grenzen.
Auch die Raise 2 bietet durch ihre zusätzliche ergonomische Ausstattung mehr Möglichkeiten, die räumliche Ausrichtung der Tastatur zu verändern. Das betrifft insbesondere die Neigung der Gehäusehälften. Die Split70 bleibt in dieser Hinsicht einfacher aufgebaut. Externe Hilfsmittel könnten zwar zusätzliche Positionen ermöglichen, gehören aber nicht zum erkennbaren integrierten Konzept.
Interessant ist außerdem die Frage nach der Mausposition. Werden die beiden Tastaturhälften weiter auseinandergezogen, entsteht zwischen ihnen zusätzlicher Platz. Dort könnte beispielsweise ein Trackball oder ein anderes Eingabegerät positioniert werden. Alternativ lässt sich die Maus näher an der rechten Tastaturhälfte platzieren, sofern deren Position entsprechend gewählt wird.
Die Split70 benötigt durch ihre getrennten Gehäuse allerdings nicht automatisch weniger Schreibtischfläche. Werden beide Hälften mit größerem Abstand aufgestellt, wächst die insgesamt beanspruchte Breite. Hinzu kommen das Verbindungskabel und die erforderliche Bewegungsfreiheit. Ein ergonomisch sinnvoller Arbeitsplatz entsteht deshalb nicht allein durch die Anschaffung einer geteilten Tastatur, sondern durch deren Einbindung in die gesamte Arbeitsumgebung.
Die Sonsei verdeutlicht wiederum, dass eine ergonomische Tastenanordnung nicht zwangsläufig zwei getrennte Gehäuse voraussetzt. Ihr Ansatz konzentriert sich stärker auf die Fingerbewegungen und die Position zusätzlicher Daumentasten. Damit stellt sie gewissermaßen den Gegenentwurf zur Split70 dar: Während EPOMAKER die gewohnte Tastenanordnung beibehält und die Gehäuse trennt, verändert die Sonsei die Tastenstruktur innerhalb eines zusammenhängenden Gehäuses.
Aus diesem Vergleich ergibt sich eine wichtige Erkenntnis. Ergonomie ist keine einzelne Produkteigenschaft, sondern das Ergebnis mehrerer konstruktiver Entscheidungen. Eine geteilte Tastatur kann die Haltung verbessern, ohne sämtliche Bewegungsabläufe zu optimieren. Eine spaltenorientierte Tastatur kann Fingerbewegungen verändern, ohne die freie Positionierung der Arme im gleichen Umfang zu ermöglichen. Die Split70 deckt innerhalb dieses Spektrums einen klar definierten Bereich ab.

RGB-Beleuchtung, Alltagstauglichkeit und praktische Grenzen
Die RGB-Beleuchtung gehört bei der Split70 zur sichtbaren Ausstattung. Die Fotografien zeigen eine mehrfarbige Beleuchtung, die zwischen den Tastenkappen hervortritt und die beiden Gehäusehälften optisch miteinander verbindet. Besonders bei dunkler Umgebung entsteht dadurch ein deutlich erkennbares Lichtbild.
Technisch ist dabei zwischen der Beleuchtung der Schalterumgebung und der tatsächlichen Durchleuchtung der Beschriftungen zu unterscheiden. Die abgebildeten Tastenkappen besitzen keine offensichtlich lichtdurchlässigen Zeichen. Entsprechend steht weniger die gezielte Beleuchtung einzelner Beschriftungen als vielmehr die Hintergrundwirkung im Vordergrund.
Für die praktische Arbeit ist das ein Unterschied. Eine beleuchtete Tastatur erleichtert die Orientierung nur dann wesentlich, wenn die relevanten Zeichen auch tatsächlich besser erkennbar werden. Eine farbige Ausleuchtung zwischen den Tasten kann zwar ansprechend aussehen, ersetzt aber keine gut lesbaren Beschriftungen.
Hinzu kommt der Energieverbrauch. Bei drahtlosen Tastaturen gehört die RGB-Beleuchtung zu den Verbrauchern, die die Akkulaufzeit beeinflussen können. Wie stark dieser Einfluss bei der Split70 ausfällt, hängt von der Helligkeit, den gewählten Effekten und der tatsächlichen Energieverwaltung ab. Belastbare Laufzeitangaben lassen sich ohne dokumentierte Messungen nicht treffen.
Für längere Schreibarbeiten ist die Beleuchtung ohnehin zweitrangig. Wichtiger sind eine zuverlässige Eingabe, eine nachvollziehbare Tastenbelegung und ein gleichmäßiges mechanisches Verhalten. Die Split70 besitzt hierfür grundsätzlich die passenden Voraussetzungen, insbesondere durch ihre austauschbaren Schalter und die programmierbare Tastenbelegung.
Ein praktischer Kritikpunkt bleibt das ANSI-Layout. Gerade bei einer Tastatur, die sich durch ihre ungewöhnliche Bauform ohnehin von gewöhnlichen Eingabegeräten unterscheidet, wäre eine ISO-DE-Variante für den deutschen Markt sinnvoll. Das betrifft nicht nur die Beschriftung der Tastenkappen, sondern auch die physische Anordnung einzelner Tasten.
Die Möglichkeit, eine deutsche Softwarebelegung zu aktivieren, beseitigt diesen Unterschied nicht vollständig. Einige Zeichen befinden sich an anderen Positionen, während die zusätzliche Taste des ISO-Layouts physisch fehlt. Für Entwickler, die häufig englischsprachige Sonderzeichen verwenden, kann ANSI durchaus Vorteile besitzen. Für umfangreiche deutschsprachige Texte ist die Entscheidung dagegen stärker von den bisherigen Schreibgewohnheiten abhängig.
Auch die beiden großen Leertasten verdienen eine kritische Betrachtung. Sie ermöglichen zwar eine alternative Funktionsverteilung, ersetzen aber keine dedizierten Daumencluster. Gerade bei längeren Schreibarbeiten könnte eine zusätzliche Reihe kleiner Daumentasten sinnvoll sein. Dadurch ließen sich häufig benötigte Funktionen erreichen, ohne die Hände von ihrer Grundposition zu entfernen.
EPOMAKER entscheidet sich bewusst gegen eine solche Komplexität. Das hält die Tastatur übersichtlich und reduziert die Umgewöhnung. Gleichzeitig begrenzt es die Möglichkeiten, die sich aus einer ergonomisch neu gedachten Tastenverteilung ergeben könnten.



Fazit: Ein sinnvoller Einstieg, aber keine vollständige ergonomische Neuentwicklung
Die EPOMAKER Split70 verfolgt einen nachvollziehbaren Ansatz. Statt die klassische Tastatur vollständig neu zu erfinden, trennt sie deren Gehäuse in zwei unabhängig positionierbare Einheiten und ergänzt die Konstruktion um moderne Funktionen. Mechanische Hot-Swap-Schalter, VIA-Unterstützung, drei Verbindungsarten, ein Drehregler und zusätzliche Makrotasten ergeben eine Ausstattung, die weit über eine einfache geteilte Standardtastatur hinausgeht.
Ihre größte Stärke liegt in der vergleichsweise niedrigen Einstiegshürde. Die bekannte Tastenanordnung bleibt erhalten, während sich die beiden Hälften an die individuelle Armposition anpassen lassen. Gerade für Anwender, die erstmals mit einer geteilten Tastatur arbeiten möchten, ist das ein wichtiger Unterschied zu stärker spezialisierten Konzepten.
Allerdings sollte die Split70 nicht mit einer vollständig ergonomisch optimierten Tastatur verwechselt werden. Die versetzten Tastenreihen bleiben bestehen, ein integriertes Tenting-System ist nicht erkennbar und die beiden Leertasten bieten nur einen begrenzten Ersatz für umfangreiche Daumencluster. Damit konzentriert sich der ergonomische Vorteil vor allem auf die räumliche Trennung der Hände.
Im direkten konzeptionellen Vergleich mit der Dygma Defy zeigt sich, wie unterschiedlich die Ansprüche ausfallen können. Die Defy verändert die Bewegungsabläufe wesentlich umfassender, verlangt dafür aber auch eine deutlich intensivere Eingewöhnung. Die Raise 2 bietet bei vertrauterem Layout zusätzliche ergonomische Einstellmöglichkeiten, während die Sonsei mit ihrer spaltenorientierten Anordnung einen anderen Schwerpunkt setzt.
Die Split70 positioniert sich zwischen diesen Konzepten und einer gewöhnlichen mechanischen Tastatur. Sie ermöglicht einen ersten Schritt in Richtung einer individuelleren Handhaltung, ohne den gewohnten Schreibstil vollständig aufzugeben.
Besonders positiv fällt die mechanische Anpassbarkeit auf. Der dokumentierte Austausch der Schalter zeigt, dass sich die Tastatur nicht auf ihre ursprüngliche Bestückung beschränken muss. Die Verwendung anderer Switches eröffnet Möglichkeiten, das Tippgefühl und die Geräuschentwicklung an unterschiedliche Anforderungen anzupassen. Zusammen mit VIA entsteht daraus eine technische Grundlage, die auch längerfristige Veränderungen der persönlichen Tastenbelegung erlaubt.
Die Einschränkungen liegen weniger in der grundlegenden Idee als in deren Umsetzung. Eine zusätzliche ergonomische Neigungsverstellung, eine größere Auswahl an Daumentasten und eine ISO-DE-Variante würden das Konzept deutlich erweitern. Auch eine ausführlich dokumentierte Software- und Firmwareunterstützung ist für die langfristige Nutzung einer programmierbaren Split-Tastatur entscheidend.
Die EPOMAKER Split70 ist damit vor allem für diejenigen interessant, die eine klassische mechanische Tastatur durch ein flexibleres Eingabegerät ersetzen möchten, ohne gleichzeitig eine völlig neue Schreibtechnik erlernen zu müssen. Sie bietet die Freiheit, beide Hände unabhängiger voneinander zu positionieren, und kombiniert diese Möglichkeit mit einer zeitgemäßen mechanischen Ausstattung.
Der Vergleich mit den bereits getesteten Dygma-Modellen verdeutlicht allerdings auch die Grenzen dieses Ansatzes. Die Split70 ist keine direkte Alternative zu sämtlichen Funktionen einer Defy oder Raise 2. Sie ist vielmehr eine eigenständige Interpretation des Split-Konzepts, bei der Vertrautheit und Anpassbarkeit stärker gewichtet werden als eine möglichst konsequente ergonomische Neugestaltung.
Gerade darin liegt ihre Berechtigung. Nicht jede ergonomische Verbesserung erfordert eine vollständige Abkehr vom gewohnten Layout. Die Split70 zeigt, dass bereits die räumliche Trennung einer klassischen Tastatur neue Möglichkeiten eröffnet. Wie weit diese Möglichkeiten reichen, hängt allerdings ebenso von der Konstruktion wie von der individuellen Konfiguration ab.
Transparenzhinweis
Die EPOMAKER Split70 wurde DataHolic von EPOMAKER für unabhängige Tests zur Verfügung gestellt.
Dieser Testbericht ist weder gesponsert noch bezahlte Werbung. EPOMAKER hatte keinerlei Einfluss auf die Testdurchführung, die redaktionellen Inhalte oder das Fazit.
Ein herzlicher Dank gilt EPOMAKER und dem gesamten Team für das entgegengebrachte Vertrauen und die kontinuierliche Unterstützung. Die Bereitstellung des Testgeräts ermöglicht eine unabhängige technische Bewertung und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Tastaturkonzepten bei vollständiger redaktioneller Unabhängigkeit.
