Freitag, Oktober 9, 2026
EingabegeräteHardware

Dygma Sonsei im Testfazit: Die Tastatur, die erst alles durcheinanderbringt und danach erstaunlich viel richtig macht

Es gibt Tastaturen, die nach fünf Minuten keine Fragen mehr offenlassen. Anschließen, ein paar Sätze tippen, vielleicht die Beleuchtung einstellen, fertig. Die Dygma Sonsei gehört definitiv nicht zu dieser Sorte. Sie liegt auf dem Schreibtisch, sieht auf den ersten Blick beinahe harmlos aus und bringt schon wenige Sekunden später jahrzehntelang eingeübte Bewegungsabläufe durcheinander. Zwei voneinander abgewinkelte Tastenfelder, streng angeordnete Spalten, acht Daumentasten und weit weniger Tasten, als eine ausgewachsene PC-Tastatur normalerweise mitbringt. Dazu ein großer freier Bereich in der Mitte, der fast provokant danach aussieht, als hätte dort während der Entwicklung jemand vergessen, weitere Schalter einzubauen. Nach den ersten Zeilen folgt deshalb beinahe zwangsläufig der Blick nach unten. Wo war gleich die Taste? Weshalb landet der Finger schon wieder einen Platz daneben? Und wo zum Teufel sind eigentlich die Pfeiltasten? Genau dieser Moment beschreibt die Dygma Sonsei besser als jede Produktbeschreibung. Sie versucht nicht, eine klassische Tastatur etwas hübscher, flacher oder moderner zu gestalten. Sie stellt die Anordnung selbst infrage. Das ist unbequem, zunächst sogar ziemlich unbequem. Gleichzeitig liegt genau darin ihr Reiz. Viele Eingabegeräte versprechen Ergonomie über eine leicht geschwungene Gehäusekante, eine Handballenauflage oder ein paar Millimeter geringere Bauhöhe. Die Sonsei geht tiefer. Sie verändert die Wege der Finger, gibt den Daumen endlich richtige Arbeit und verlagert Funktionen auf Ebenen, damit Hände während des Schreibens möglichst selten ihre Ausgangsposition verlassen müssen. Anders als Dygmas Defy besteht die Sonsei dabei nicht aus zwei vollständig voneinander getrennten Tastaturhälften. Beide Seiten sitzen in einem gemeinsamen, flachen Gehäuse. Das wirkt zunächst wie eine Einschränkung, ist aber der eigentliche Grund, weshalb die Sonsei im Alltag so interessant wird. Dygma versucht hier nicht, die kompromissloseste ergonomische Tastatur des Marktes zu bauen. Die Sonsei soll Ergonomie transportabel machen. Und genau daraus entsteht eine Tastatur, die sich nach der Eingewöhnung weniger nach einer abgespeckten Defy anfühlt als nach einem eigenständigen Gegenentwurf zur klassischen Notebook- und Desktop-Tastatur.

Der erste Kontakt: Warum funktionieren plötzlich die eigenen Finger nicht mehr?

Die Sonsei besitzt eine Eigenschaft, die auf keinem Datenblatt steht: Sie kann erstaunlich zuverlässig am eigenen Selbstverständnis kratzen. Wer seit Jahren oder Jahrzehnten schnell auf gewöhnlichen Tastaturen schreibt, erwartet keinen Lernprozess mehr. Das Tippen läuft automatisch. Wörter entstehen, während die Gedanken längst beim nächsten Satz angekommen sind. Der Blick auf einzelne Buchstaben ist unnötig. Das Muskelgedächtnis kennt den Weg. Genau dieses Muskelgedächtnis stolpert auf der Sonsei zunächst über die eigenen Füße.
Die Buchstaben sind nicht völlig neu angeordnet. QWERTY beziehungsweise QWERTZ bleibt grundsätzlich erkennbar. Trotzdem stehen die Tasten anders zueinander. Dygma verwendet ein spaltenorientiertes Layout. Die einzelnen Tasten liegen damit stärker untereinander, statt sich wie bei einer klassischen Tastatur zeilenweise seitlich zu versetzen. Anatomisch ergibt das durchaus Sinn. Finger bewegen sich beim natürlichen Strecken und Beugen vor allem nach vorne und hinten. Die historisch gewachsene diagonale Anordnung gewöhnlicher Tastaturen zwingt dagegen regelmäßig zu kleinen seitlichen Bewegungen.
Der Haken daran ist simpel: Anatomische Logik gewinnt am ersten Tag nicht automatisch gegen Jahrzehnte Training.
Plötzlich landet ein Finger dort, wo das Gehirn einen Buchstaben erwartet, nur sitzt dieser Buchstabe ein Stück weiter links oder rechts. Besonders hübsch wird die Sache bei individuellen Schreibgewohnheiten, die sich über Jahre eingeschlichen haben. Einige Buchstaben werden auf normalen Tastaturen gern mit dem „falschen“ Finger angeschlagen, ohne dass es auffällt. Das B gehört zu den bekannten Kandidaten. Auf einer traditionellen Tastatur kann je nach Schreibstil die linke oder die rechte Hand einspringen. Die Sonsei besitzt dagegen deutlich definiertere Bereiche. Eine jahrelang gepflegte kleine Abkürzung im Bewegungsablauf wird damit plötzlich sichtbar.
Das kann in den ersten Stunden regelrecht absurd wirken. Ein Passwort, das sonst blind in Sekundenbruchteilen eingegeben wird, wird auf einmal zum Konzentrationstest. Ein Satz mit vielen Sonderzeichen fühlt sich an wie eine praktische Prüfung. Und beim ersten Versuch, schnell eine Tastenkombination auszuführen, entsteht gelegentlich jener kurze Moment, in dem die Finger offensichtlich eine andere Vorstellung vom weiteren Vorgehen haben als das Gehirn.
Der berühmte Ausspruch „Old habits die hard“ trifft hier ungewöhnlich genau. Alte Gewohnheiten sterben tatsächlich schwer. Die Sonsei versucht allerdings nicht, sie brutal abzuschaffen. Nach einigen Tagen beginnt das neue Raster langsam logisch zu werden. Nach weiteren Tagen nimmt die Zahl der Fehlanschläge deutlich ab. Irgendwann wandert der Blick nicht mehr nach unten. Genau dann beginnt die Sonsei zu zeigen, weshalb Dygma diese Umstellung überhaupt verlangt.

Ein Split-Keyboard, das gar nicht wirklich geteilt ist

Optisch erinnert die Sonsei sofort an eine Split-Tastatur. Beide Buchstabenfelder sind deutlich voneinander getrennt und leicht gegeneinander ausgerichtet. Trotzdem bildet das Gehäuse eine feste Einheit. Es gibt keine linke und rechte Hälfte, die auf dem Tisch separat verschoben werden könnte.
Für eingefleischte Split-Nutzer klingt das zunächst nach einem Rückschritt. Eine vollständig getrennte Tastatur bietet schließlich einen entscheidenden Vorteil: Der Abstand zwischen den Händen lässt sich exakt an Körperbau, Schulterbreite und Sitzposition anpassen. Zusätzlich können beide Seiten individuell gedreht und je nach Konstruktion aufgestellt werden. Die Defy treibt dieses Prinzip wesentlich weiter.
Die Sonsei verzichtet bewusst darauf.
Der Grund wird spätestens deutlich, sobald die Tastatur nicht ausschließlich an einem perfekt eingerichteten Schreibtisch benutzt wird. Eine klassische Split-Tastatur benötigt Platz. Zwei Hälften müssen herausgenommen, positioniert und je nach Modell verbunden werden. Das ist am festen Arbeitsplatz überhaupt kein Problem. Auf einem kleinen Tisch, im Besprechungsraum oder unterwegs sieht die Welt anders aus.
Die Sonsei landet dort einfach auf der Fläche.
Mit rund 299 × 140 Millimetern bleibt das Gehäuse kompakt. Die Bauhöhe beträgt inklusive Schaltern und Tastenkappen nur etwas mehr als 18 Millimeter, das Gewicht liegt knapp unter 400 Gramm. Damit lässt sich die Tastatur tatsächlich zusammen mit einem Notebook transportieren, ohne dass sich die Tasche anschließend wie ein Umzugskarton anfühlt. Dygma liefert sogar eine passende Transporthülle mit. Gerade diese Kombination zeigt, weshalb das feste Gehäuse kein Sparkompromiss ist, sondern zum Konzept gehört.
Der ergonomische Effekt bleibt trotzdem vorhanden. Die Hände liegen nicht so dicht nebeneinander wie auf einer gewöhnlichen 60- oder 75-Prozent-Tastatur. Die beiden Tastenfelder orientieren sich leicht voneinander weg. Dadurch müssen die Handgelenke weniger stark nach innen gedreht werden. Die Unterarme können eine entspanntere Richtung einnehmen, zumindest soweit es der fest definierte Winkel zulässt.
Genau hier liegt die Grenze. Die Sonsei kann keine individuelle Split-Position ersetzen. Schulterbreite, Sitzposition und Armhaltung unterscheiden sich von Person zu Person, die Geometrie der Sonsei bleibt dagegen immer gleich. Ein verstellbares Tenting fehlt ebenfalls. Wer bereits mit einer stark aufgestellten Defy arbeitet und die Handflächen bewusst aus der vollständig flachen Position herausdreht, wird diesen Freiheitsgrad vermissen.
Dafür verschwindet ein anderes Problem: Die Tastatur muss nicht jedes Mal eingerichtet werden.
Das klingt unspektakulär, ist im Alltag allerdings entscheidend. Gute Ergonomie nützt wenig, wenn das dazugehörige Gerät aufgrund seiner Größe und seines Aufwands zuhause bleibt.

Der freie Platz in der Mitte ist kein vergessenes Grundstück

Der breite Bereich zwischen den beiden Tastenfeldern fällt sofort auf. Rein geometrisch hätte Dygma dort zusätzliche Tasten unterbringen können. Vielleicht ein paar Makrotasten, vielleicht einen kleinen Nummernblock, vielleicht einen Drehregler. Der Platz schreit fast danach.
Dygma hat ihn trotzdem freigelassen.
Das ist eine der Entscheidungen, die sich erst bei näherer Betrachtung erschließen. Zusätzliche Tasten im inneren Bereich müssten mit dem Daumen erreicht werden. Je weiter dieser dafür zur Mitte wandert, desto stärker verändert sich die Position der gesamten Hand. Irgendwann entsteht kein kurzer Fingerweg mehr, sondern eine komplette Bewegung aus dem Handgelenk heraus.
Dygma hat während der Entwicklung nach eigenen Angaben bewusst gegen zusätzliche innere Positionen entschieden, obwohl der Platz grundsätzlich vorhanden gewesen wäre. Neben ergonomischen Überlegungen spielt auch der im Gehäuse untergebrachte Akku eine Rolle. Mehr Schalter hätten entweder eine andere Position des Akkus, mehr Bauhöhe oder ein größeres Gehäuse verlangt.
Diese Entscheidung passt hervorragend zur Sonsei. Sie ist nicht darauf ausgelegt, möglichst beeindruckend vollgestopft auszusehen. Sie soll klein bleiben und häufig verwendete Eingaben dort anbieten, wo sie sinnvoll erreichbar sind.
Dieter Rams wird der Satz zugeschrieben: „Good design is as little design as possible.“ Bei der Sonsei passt dieser Gedanke erstaunlich gut. Gerade der freie Raum zeigt, dass eine nicht verbaute Taste ebenfalls eine Designentscheidung sein kann.

Acht Daumentasten: Endlich bekommt der kräftigste Finger einen richtigen Job

Der wohl wichtigste Bereich der Sonsei liegt unterhalb der Buchstabenfelder. Dort sitzen acht Daumentasten, jeweils vier pro Seite. Sie sind nicht als nachträgliche Makroleiste angefügt, sondern bilden einen zentralen Teil des Bedienkonzepts.
Bei klassischen Tastaturen herrscht seit Jahrzehnten eine merkwürdige Arbeitsteilung. Der kleine Finger übernimmt Shift, Strg, Tab, Caps Lock und weitere Randtasten. Der Daumen dagegen bekommt eine Leertaste, die teilweise so breit ist, dass darauf beinahe ein Frühstücksteller Platz hätte.
Dygma verteilt die Arbeit neu.
Auf der Sonsei kann Space weiterhin unter einem Daumen liegen, der Rest des Clusters steht aber für deutlich mehr zur Verfügung. Enter, Backspace, Shift, Layerwechsel und weitere häufig benötigte Funktionen können dorthin wandern. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt stark von den persönlichen Gewohnheiten ab. Genau deshalb wäre eine starre Vorgabe hier eher hinderlich.
Besonders Backspace zeigt schnell, weshalb der Ansatz funktioniert. Auf einer gewöhnlichen Tastatur wandert die rechte Hand dafür regelmäßig aus der Grundposition nach rechts oben. Bei einer entsprechenden Sonsei-Belegung erledigt der Daumen dieselbe Aufgabe mit einer kurzen Bewegung.
Das klingt nach einer Kleinigkeit.
Bei mehreren tausend Anschlägen am Tag sind solche Kleinigkeiten irgendwann keine Kleinigkeiten mehr.
Noch wichtiger werden die Daumentasten beim Wechsel zwischen den Ebenen. Eine Taste kann beispielsweise gehalten werden, während die übrigen Finger auf einer zweiten Belegung arbeiten. Dort befinden sich Pfeiltasten, Funktionstasten, ein virtueller Nummernblock oder Mediensteuerung. Sobald der Daumen loslässt, liegt wieder das normale Schreiblayout vor.
Der interessante Effekt entsteht nach einigen Tagen. Anfangs wird bewusst überlegt, welche Daumentaste welche Funktion übernimmt. Später passiert der Ebenenwechsel nebenbei. Dann sitzt die eigentliche Stärke des Systems nicht mehr in der sichtbaren Hardware, sondern im neu erlernten Bewegungsablauf.
Noch interessanter wird der Wechsel zurück auf eine normale Tastatur. Plötzlich sucht der Daumen nach Backspace und findet dort nur Leertaste. Es gibt kaum ein besseres Zeichen dafür, dass sich eine neue Bedienlogik etabliert hat.

56 Tasten und trotzdem fehlt erstaunlich wenig

Die Sonsei besitzt 56 physische Tasten. Eine klassische Fullsize-Tastatur bringt mehr als hundert mit. Selbst kompakte Modelle wirken daneben schnell großzügig ausgestattet.
Die logische Frage lautet deshalb: Wo ist der Rest?
Die kurze Antwort lautet: auf anderen Ebenen.
Dygma liefert die Sonsei bereits mit vorkonfigurierten Layern aus. Pfeiltasten, F-Tasten, Nummernblock und Medienfunktionen sind damit nicht verschwunden. Sie sitzen lediglich nicht auf eigenen physischen Schaltern. Standardmäßig werden weitere Ebenen über Daumentasten aktiviert. Insgesamt lassen sich bis zu zehn Layer konfigurieren.
Wer bisher nur die Fn-Taste eines Notebooks kennt, kennt das Grundprinzip bereits. Die Sonsei treibt es lediglich deutlich weiter.
Ein Layer kann beispielsweise aus den Buchstaben H, J, K und L eine Navigationsgruppe machen. Ein anderer verwandelt einen Bereich der rechten Hälfte in einen Nummernblock. F1 bis F12 können auf der Zahlenreihe liegen. Mediensteuerung benötigt keine eigenen Symbole auf zusätzlichen Tasten.
Das Entscheidende daran ist nicht die reine Anzahl möglicher Funktionen. Zehn Ebenen mit jeweils dutzenden Sonderbelegungen klingen beeindruckend, können im Alltag aber genauso gut zu einem digitalen Irrgarten werden.
Eine sinnvolle Konfiguration zeichnet sich eher dadurch aus, dass sie vergessen werden kann.
Pfeiltasten sollten dort sitzen, wo sie intuitiv erwartet werden. Ein Nummernblock sollte logisch angeordnet sein. Häufig verwendete Funktionen gehören möglichst nah an die Grundposition. Seltene Spezialbefehle können weiter weg.
Die Sonsei belohnt Zurückhaltung.
Eine Tastatur mit zehn vollgestopften Ebenen ist nicht automatisch produktiver als eine Tastatur mit drei durchdachten.

Bazecor: Hier entscheidet sich, ob die Sonsei Werkzeug oder Rätsel wird

Bazecor gehört bei der Sonsei nicht zu jener Sorte Software, die einmal geöffnet wird, um RGB abzuschalten und danach für den Rest des Tastaturlebens irgendwo auf der SSD zu verschwinden. Die Software ist ein wesentlicher Teil des gesamten Konzepts, denn erst über sie lässt sich festlegen, wie die vergleichsweise wenigen physischen Tasten im Alltag tatsächlich arbeiten sollen.
Jede Taste kann neu belegt werden, bestehende Layer lassen sich verändern oder komplett neu aufbauen, Makros und Shortcuts können hinterlegt werden und auch Mausfunktionen lassen sich direkt auf die Tastatur legen. Dazu kommen die sogenannten Superkeys, mit denen eine einzelne Taste mehrere Aufgaben übernehmen kann. Die eigentliche Stärke liegt dabei weniger in der schieren Zahl möglicher Funktionen als in der Freiheit, die Sonsei an den eigenen Arbeitsablauf anzupassen.
Gerade am Anfang ist die Versuchung groß, sofort alles umzubauen. Genau das führt allerdings schnell zu einem Layout, das technisch beeindruckend und praktisch völlig unbrauchbar ist. Wer in der ersten Stunde Backspace, Enter, Shift, Navigation, Zahlenblock und mehrere Layer gleichzeitig verschiebt, sucht anschließend länger nach den eigenen Funktionen als vorher nach den Tasten auf einer normalen Tastatur.
Sinnvoller ist ein schrittweiser Umbau. Zuerst bleibt das Grundlayout weitgehend unangetastet. Erst wenn sich im Alltag zeigt, dass eine Funktion regelmäßig stört oder unnötige Wege verursacht, lohnt die Änderung. Backspace ist dafür ein gutes Beispiel. Liegt die Taste gefühlt zu weit entfernt, kann sie auf einen der Daumen wandern. Dasselbe gilt für Enter oder einen Layerwechsel. Auch die Pfeiltasten müssen nicht dort bleiben, wo Dygma sie ab Werk vorgesehen hat. Entscheidend ist weniger, ob eine Belegung theoretisch logisch wirkt, sondern ob sie nach einigen Tagen ohne Nachdenken funktioniert.
Genau darin unterscheidet sich die Sonsei von vielen klassischen Tastaturen. Bei einem gewöhnlichen Modell endet Individualisierung häufig nach dem Tausch zweier Tasten und vielleicht einem Makro für eine häufig genutzte Anwendung. Bei der Sonsei kann die Konfiguration tatsächlich den gesamten Bewegungsablauf verändern. Funktionen wandern näher an die Grundposition, Hände müssen seltener über das Tastenfeld reisen und bestimmte Aktionen lassen sich auf Finger verteilen, die auf traditionellen Tastaturen kaum Arbeit bekommen.
Besonders interessant werden dabei die Superkeys. Eine einzelne Taste kann abhängig davon, wie sie betätigt wird, unterschiedliche Funktionen ausführen. Ein kurzer Druck kann etwas anderes auslösen als längeres Halten oder eine weitere definierte Eingabe. Das erweitert die Möglichkeiten der 56 physischen Tasten erheblich, birgt aber auch die größte Gefahr innerhalb von Bazecor.
Zu viele Mehrfachbelegungen machen aus einer flexiblen Tastatur schnell ein Gedächtnisspiel. Wenn bei jeder zweiten Taste erst überlegt werden muss, ob kurzes Antippen, Halten oder eine Kombination gerade die gewünschte Aktion auslöst, geht der eigentliche Vorteil verloren. Eine gute Konfiguration fällt deshalb irgendwann überhaupt nicht mehr auf. Die Funktionen sitzen dort, wo sie erwartet werden, die Finger finden sie automatisch und Bazecor verschwindet im Hintergrund.
Genau dann funktioniert das Konzept am besten: nicht wenn möglichst viele Funktionen eingerichtet wurden, sondern wenn die Tastatur irgendwann so selbstverständlich reagiert, dass über die Konfiguration gar nicht mehr nachgedacht wird.

Low Profile passt hier besser als jeder schwere MX-Aufbau

Die geringe Bauhöhe gehört bei der Sonsei nicht einfach in die Kategorie „sieht modern aus“. Sie ist ein wesentlicher Teil des ergonomischen und mobilen Konzepts. Dygma setzt auf 56 Gateron-KS-33-2.0-Low-Profile-Schalter, die in Hot-Swap-Sockeln sitzen. Darüber liegen flache Double-Shot-PBT-Keycaps. Dadurch bleibt die Tastatur insgesamt angenehm niedrig und verlangt keine dicke Handballenauflage, nur damit die Hände halbwegs auf Höhe der Tasten kommen.
Gerade bei einer mobilen Tastatur ist das wichtiger, als es auf den ersten Blick wirkt. Eine klassische mechanische Tastatur mit hohen MX-Schaltern kann sich hervorragend anfühlen, baut aber deutlich höher. Dazu kommt oft noch eine zusätzliche Handballenauflage, die wiederum Platz und Gewicht mitbringt. Für ein Keyboard, das regelmäßig in einer Tasche verschwinden soll, wäre das kaum sinnvoll. Die Sonsei bleibt dagegen flach genug, um auch ohne zusätzliche Auflage angenehm genutzt werden zu können.
Trotz der niedrigen Bauform fühlt sich das Ganze nicht nach Notebook-Tastatur an. Die Gateron-Schalter bieten einen klar definierten Hub und deutlich mehr mechanische Rückmeldung als die sehr kurzen Scherenmechaniken vieler Laptops. Je nach Vorliebe stehen unterschiedliche Schaltercharakteristiken zur Verfügung, darunter lineare, taktile, klickende und besonders leise Varianten. Die Silent-Red-Version arbeitet beispielsweise mit rund 45 gf Betätigungskraft, 1,7 Millimetern Auslöseweg und drei Millimetern Gesamthub.
Gerade die leisen Schalter passen sehr gut zur Sonsei. Eine Tastatur, die ausdrücklich auch unterwegs oder an wechselnden Arbeitsplätzen eingesetzt werden soll, landet zwangsläufig häufiger in Umgebungen, in denen nicht jede Person einen laut klickenden Switch zu schätzen weiß. Im Zug, im Büro oder in einem Besprechungsraum kann ein besonders lauter Schalter ungefähr denselben Charme entwickeln wie ein Kugelschreiber, der während einer Stunde ununterbrochen geklickt wird.
Dygma hat deshalb nicht nur bei den Switches angesetzt, sondern auch im Gehäuse selbst. Mehrere schallabsorbierende Schichten sollen Resonanzen und Vibrationen reduzieren. Das ist bei einem flachen Aufbau mit Aluminiumoberseite durchaus wichtig. Dünne Gehäuse können schnell hart, hohl oder etwas scheppernd klingen, wenn die internen Komponenten nicht ausreichend entkoppelt sind.
Bei der Sonsei bleibt der Klang deutlich kontrollierter. Das ändert natürlich nichts am grundsätzlichen Charakter des gewählten Schalters: Ein klickender Switch bleibt hörbar, ein Silent-Modell bleibt deutlich zurückhaltender. Die Dämmung verhindert aber, dass das Gehäuse selbst unnötig mitarbeitet.
Gerade diese Kombination passt gut zum restlichen Konzept. Die Sonsei soll leicht, flach und transportabel bleiben, ohne sich wie eine dünne Notebook-Tastatur anzufühlen. Genau das gelingt erstaunlich gut. Die Low-Profile-Bauweise wirkt hier nicht wie eine modische Entscheidung, sondern wie eine technische Konsequenz aus dem Anspruch, eine ergonomische mechanische Tastatur zu bauen, die tatsächlich regelmäßig mitgenommen werden kann.

Hot-Swap ist hier nicht nur etwas für Tastatur-Nerds

Hot-Swap wird bei mechanischen Tastaturen gern als Spielwiese für Enthusiasten betrachtet. Heute linear, morgen taktil und übermorgen irgendein neuer Schalter mit einem Namen, der eher nach Cocktailkarte als nach Eingabegerät klingt. Das gehört zweifellos dazu, ist bei der Sonsei aber nur die halbe Geschichte. Der deutlich praktischere Vorteil lautet Reparierbarkeit.
Ein mechanischer Schalter ist ein Verschleißteil. Auch wenn gute Switches auf viele Millionen Betätigungen ausgelegt sind, kann irgendwann ein einzelner Schalter ausfallen, prellen oder schlicht nicht mehr sauber reagieren. Bei einer verlöteten Tastatur beginnt dann schnell die Suche nach Lötkolben, passendem Werkzeug oder einem Reparaturdienst. Bei der Sonsei fällt der Eingriff wesentlich unkomplizierter aus: Keycap abziehen, Switch mit dem beiliegenden Werkzeug herausnehmen, Ersatz einsetzen und weiterschreiben.
Dygma legt dafür sogar zwei Ersatzschalter sowie das passende Werkzeug für Keycaps und Switches bei. Gerade bei einer Tastatur dieser Preisklasse ist das keine spektakuläre Zugabe, sondern eine sinnvolle Entscheidung. Ein defekter Schalter sollte schließlich nicht dazu führen, dass ein ansonsten vollständig funktionierendes Keyboard ausgetauscht werden muss.
Ganz ohne Einschränkung funktioniert das System allerdings nicht. Die Sonsei setzt auf Gateron-KS-33-2.0-Low-Profile-Switches. Damit steht nicht die enorme Auswahl zur Verfügung, die inzwischen rund um klassische MX-Schalter entstanden ist. Wer zuhause bereits eine Schublade voller MX-Switches besitzt, kann diese also nicht einfach übernehmen. Innerhalb der kompatiblen Low-Profile-Familie bleibt der Austausch jedoch unkompliziert und erlaubt sowohl Reparaturen als auch Veränderungen des Tippgefühls.
Ähnlich sieht es bei den Tastenkappen aus. Auch diese sind nicht dauerhaft an die ursprüngliche Ausstattung gebunden. Kompatible flache Keycaps mit passendem MX-Stem können verwendet werden. Selbst die speziell geformten Daumentasten lassen sich bei Bedarf durch gewöhnliche 1u-Kappen ersetzen. Damit bleibt die Sonsei trotz ihres ungewöhnlichen Layouts überraschend offen für spätere Änderungen.
Gerade bei einem Produkt, das auf längere Nutzung ausgelegt ist, gefällt dieser Ansatz. Ein Schalter darf kaputtgehen, eine Tastenkappe darf irgendwann ersetzt werden und selbst der persönliche Geschmack kann sich ändern, ohne dass direkt die komplette Tastatur auf dem Abstellgleis landet. Hot-Swap ist hier deshalb weniger eine Einladung zum ständigen Herumprobieren als eine ziemlich vernünftige Versicherung gegen kleine Defekte und spätere Änderungswünsche.

Die 393 Gramm fühlen sich zunächst fast verdächtig leicht an

Beim ersten Anheben überrascht die Sonsei ein wenig. Optisch wirkt sie massiver, als sie tatsächlich ist. Dygma gibt 393 Gramm an, und selbst zusammen mit der Transporthülle bleibt das komplette Paket unter einem halben Kilogramm. Für eine mechanische Tastatur mit Aluminiumoberseite ist das ausgesprochen wenig.
Bei einem rein stationären Modell wäre ein möglichst geringes Gewicht nicht automatisch ein Vorteil. Ein schwerer Aluminiumblock darf ruhig satt auf dem Schreibtisch liegen und jeden Versuch des Verrutschens mit stoischer Gleichgültigkeit quittieren. Bei der Sonsei wäre genau dieses Verhalten jedoch am Konzept vorbeigebaut. Sie soll eben nicht dauerhaft an einem festen Platz stehen, sondern regelmäßig im Rucksack verschwinden.
Zwei Kilogramm Tastatur würden dort wenig Freude auslösen. Notebook, Netzteil, Kabel, Maus und weiteres Zubehör sorgen ohnehin schon dafür, dass aus einer vermeintlich leichten Arbeitstasche schnell ein kleiner Umzug wird. Die Sonsei spart Gewicht deshalb an den richtigen Stellen, ohne sich dabei wie eine dünne Kunststoffschale anzufühlen.
Dafür sorgt vor allem die Oberseite aus eloxiertem Aluminium. Sie verleiht dem Gehäuse die nötige Steifigkeit und verhindert, dass die Tastatur beim Tippen einen fragilen Eindruck hinterlässt. Gleichzeitig halten große Gummiflächen auf der Unterseite das geringe Gewicht erstaunlich gut in Schach. Auf dem Schreibtisch bleibt die Sonsei stabil liegen, obwohl sie beim Hochheben deutlich leichter wirkt, als es das Erscheinungsbild erwarten lässt.
Genau diese Balance passt hervorragend zum restlichen Konzept. Die Sonsei versucht nicht, Wertigkeit über Masse zu simulieren. Sie soll transportabel bleiben, ohne billig zu wirken, und genau das gelingt. Das Gehäuse fühlt sich solide an, die Tastatur bleibt auf dem Tisch ausreichend ruhig und im Rucksack fällt sie gewichtsmäßig kaum ins Gewicht. Bei einem mobilen Keyboard ist das am Ende deutlich sinnvoller als ein massiver Metallblock, der zwar beeindruckt, aber spätestens nach dem zweiten Arbeitstag unterwegs nur noch die Schulter beschäftigt.

RGB ist ausnahmsweise mehr als ein kleiner Jahrmarkt

Jede der 56 Tasten der Sonsei lässt sich einzeln beleuchten. Auf dem Papier klingt das zunächst nach dem üblichen RGB-Pflichtprogramm moderner mechanischer Tastaturen. Ein bisschen Farbe, ein paar Effekte, fertig. Bei der Sonsei erfüllt die Beleuchtung allerdings eine deutlich sinnvollere Aufgabe.
Da ein großer Teil der Funktionen über verschiedene Layer organisiert wird, kann Farbe als Orientierung dienen. Die normale Textebene bleibt beispielsweise dezent, während die Navigation eine andere Farbe erhält. Ein virtueller Nummernblock lässt sich wiederum separat kennzeichnen, ebenso Medienfunktionen oder spezielle Arbeitsprofile. Dadurch wird der aktive Layer nicht nur über die veränderte Funktion der Tasten spürbar, sondern auch sofort sichtbar.
Gerade während der Eingewöhnung ist das überraschend hilfreich. Wer sich noch nicht blind in allen Ebenen bewegt, erkennt auf einen Blick, in welchem Modus die Tastatur gerade arbeitet. Das verhindert einige jener Momente, in denen ein Buchstabe gedrückt wird und stattdessen plötzlich der Cursor durch den Text wandert.
Die Beleuchtung ist damit mehr als Dekoration. Sie unterstützt direkt das Bedienkonzept der Sonsei und macht komplexere Layer leichter verständlich. Natürlich bleibt RGB trotzdem ein zusätzlicher Stromverbraucher, und zwar ein durchaus relevanter. Wer die Beleuchtung dauerhaft hell betreibt, reduziert die Akkulaufzeit deutlich.
Unterm Strich ist das aber einer der seltenen Fälle, in denen RGB tatsächlich einen funktionalen Mehrwert liefert. Die Farben sehen nicht nur hübsch aus, sondern helfen dabei, ein ansonsten unsichtbares Ebenensystem verständlicher zu machen.

Der Akku zeigt ziemlich deutlich, wie teuer Licht sein kann

In der Sonsei steckt ein 2.000-mAh-Akku. Auf dem Datenblatt wirkt das zunächst weder besonders groß noch besonders klein. Spannend wird es erst bei der Laufzeit, denn die hängt extrem davon ab, wie intensiv die RGB-Beleuchtung genutzt wird.
Ohne Beleuchtung nennt Dygma mehr als 40 Tage Laufzeit. Bei dauerhaft voller Helligkeit schrumpft dieser Wert dagegen auf etwas mehr als acht Stunden. Bei 50 Prozent Helligkeit sind ungefähr 16 Stunden möglich, bei 30 Prozent rund 24 Stunden. Die Unterschiede könnten deutlicher kaum ausfallen.
Damit wird schnell klar, wo der größte Stromverbrauch entsteht. Nicht die eigentliche Tastaturelektronik zieht den Akku leer, sondern vor allem die Beleuchtung. Im praktischen Einsatz lohnt es sich deshalb, RGB nur so hell zu betreiben, wie es tatsächlich nötig ist. Gerade wenn die Farben lediglich zur Kennzeichnung einzelner Layer dienen, reicht eine deutlich reduzierte Helligkeit meist völlig aus.
Das passt ohnehin gut zum Charakter der Sonsei. Sie wirkt nicht wie eine Tastatur, die ihre Existenz über möglichst spektakuläre Lichteffekte rechtfertigen möchte. Die Beleuchtung hat hier einen funktionalen Zweck und muss nicht permanent auf voller Leistung laufen.
Mit deaktiviertem RGB wird der Akku dagegen zu einem echten Vorteil. Mehr als 40 Tage ohne Ladekabel passen hervorragend zu einer Tastatur, die regelmäßig unterwegs eingesetzt werden soll. Ein mobiles Eingabegerät verliert schließlich schnell an Reiz, wenn bereits nach einem Arbeitstag die nächste Steckdose gesucht werden muss.
Besonders positiv fällt außerdem auf, dass der Akku nicht fest als Wegwerfteil eingeplant ist. Dygma sieht einen Austausch vor. Gerade bei einem Produkt dieser Preisklasse ist das wichtig, denn ein verschlissener Akku sollte nach einigen Jahren nicht automatisch das Ende der gesamten Tastatur bedeuten.
Die Sonsei zeigt damit sehr schön, wie stark sich Akkulaufzeit und Ausstattung gegenseitig beeinflussen können: Mit voller RGB-Beleuchtung reicht die Energie für einen langen Arbeitstag. Ohne Licht hält dieselbe Tastatur theoretisch mehrere Wochen durch. Für den mobilen Alltag ist die zweite Variante deutlich überzeugender.

Bluetooth für fünf Geräte ist im Alltag nützlicher als irgendein Gaming-Superlativ

Die Sonsei lässt sich entweder klassisch per USB oder kabellos über Bluetooth betreiben. Bis zu fünf Bluetooth-Geräte können gekoppelt werden, unterstützt werden Windows, macOS, Linux, iOS und Android. Damit passt die Tastatur gut in einen Alltag, in dem längst nicht mehr nur ein einzelner Rechner auf dem Schreibtisch steht.
Notebook, Desktop, Tablet und Smartphone lassen sich einmal einrichten und anschließend ohne erneutes Pairing wechseln. Gerade bei wechselnden Arbeitsplätzen ist das deutlich praktischer, als jedes Mal Kabel umzustecken oder eine Verbindung neu aufzubauen. Die Sonsei funktioniert damit eher wie ein dauerhaftes Eingabegerät für mehrere Systeme als wie eine Tastatur, die fest an genau einen Rechner gebunden ist.
Auffällig ist gleichzeitig, was fehlt: Eine proprietäre 2,4-GHz-Funkverbindung mit möglichst niedriger Latenz bietet die Sonsei nicht. Das ist keine versehentlich vergessene Funktion, sondern passt ziemlich gut zu ihrer Positionierung. Die Tastatur richtet sich in erster Linie an produktives Arbeiten, mobiles Schreiben und ergonomischere Eingabe. Gaming funktioniert ebenfalls, steht aber nicht im Mittelpunkt.
NKRO ist vorhanden, mehrere gleichzeitig gedrückte Tasten werden also zuverlässig erfasst. Auf typische Gaming-Merkmale wie 8.000-Hz-Polling, Rapid Trigger oder individuell einstellbare magnetische Auslösepunkte verzichtet Dygma dagegen vollständig.
Das muss kein Nachteil sein. Im Gegenteil: Die Sonsei versucht gar nicht erst, gleichzeitig ergonomische Reisetastatur, Office-Werkzeug und kompromissloses E-Sport-Keyboard zu sein. Für möglichst geringe Latenz bleibt die USB-Verbindung ohnehin die naheliegende Wahl. Im normalen Arbeitsalltag bietet Bluetooth dagegen genau die Flexibilität, die zu einer mobilen Tastatur gehört.

Gaming funktioniert, nur das Muskelgedächtnis möchte zuerst diskutieren

Natürlich lässt sich mit der Sonsei auch spielen. Gerade die Daumentasten erweisen sich dabei als praktischer, als es zunächst wirkt. Funktionen wie Springen, Nachladen, Push-to-Talk oder häufig genutzte Fähigkeiten lassen sich so verteilen, dass die Finger auf den Bewegungstasten bleiben können. Was im normalen Schreibbetrieb Wege spart, funktioniert also auch im Spiel erstaunlich gut.
Der erste Spieleabend kann trotzdem etwas chaotisch ausfallen. WASD befindet sich zwar grundsätzlich dort, wo es erwartet wird, durch das spaltenorientierte Layout stimmen die gewohnten Abstände aber nicht exakt mit einer klassischen Tastatur überein. Bewegungen, die seit Jahren völlig automatisch ablaufen, verlangen plötzlich wieder Aufmerksamkeit.
Das sorgt anfangs durchaus für komische Situationen. Statt nach rechts geht es nach links, eine Fähigkeit wird zu früh ausgelöst oder der Finger landet einfach auf der Nachbartaste. Nicht die Sonsei hat in diesem Moment ein Problem, sondern das Muskelgedächtnis arbeitet noch nach dem alten Lageplan.
Nach etwas Eingewöhnung verschwindet dieser Effekt weitgehend. Dann beginnt sogar der Daumencluster interessant zu werden, weil zusätzliche Aktionen erreichbar sind, ohne dass die Hand ihre Position verlassen muss. Gerade Spiele mit vielen regelmäßig benötigten Befehlen können davon profitieren.
Trotzdem sollte die Sonsei nicht mit einer aktuellen E-Sport-Tastatur verwechselt werden. Magnetische Switches, Rapid Trigger, einstellbare Auslösepunkte oder extrem hohe Polling-Raten gehören nicht zu ihrem Konzept. Die Prioritäten liegen klar bei Ergonomie, Mobilität und produktivem Arbeiten.
Das ist letztlich sympathisch konsequent. Dygma versucht nicht, auf jedes aktuelle Gaming-Schlagwort noch ein Häkchen zu setzen. Die Sonsei kann spielen und macht das nach der Eingewöhnung ordentlich, muss aber nicht so tun, als wäre der nächste E-Sport-Titel der eigentliche Grund für ihre Existenz.

Keine Handballenauflage ist gleichzeitig Problem und Vorteil

Dygma bietet für die Sonsei optionale Palm Pads an. Durch die ohnehin geringe Bauhöhe der Tastatur sind sie allerdings weit weniger notwendig als bei klassischen mechanischen Modellen mit hohen Schaltern und entsprechend dickerem Gehäuse. Die Sonsei liegt bereits relativ flach auf dem Tisch, wodurch die Hände nicht erst über eine ausgeprägte Vorderkante angehoben werden müssen. Das kann je nach Schreibhaltung angenehmer sein und reduziert die zusätzliche Abwinkelung im Handgelenk.
Wer trotzdem gern mit einer weichen Auflage arbeitet, bekommt von Dygma eine passende Lösung aus Silikon mit einem Bezug aus veganem Leder. Gerade bei längeren Schreibphasen kann das komfortabel sein, ohne dass die Tastatur dadurch zwingend auf diese Ergänzung angewiesen wäre.
Die größere Einschränkung liegt an anderer Stelle: Ein Tenting-System fehlt vollständig. Bei vielen ergonomischen Split-Keyboards lassen sich die inneren Seiten der Tastatur anheben, sodass die Hände nicht komplett flach auf dem Tisch liegen. Dadurch können Unterarme und Handgelenke etwas natürlicher zueinander stehen.
Genau diese Möglichkeit bietet die Sonsei nicht. Beide Tastenfelder bleiben fest in ihrer flachen Position. Das ist ergonomisch weniger flexibel als bei einer Defy oder anderen vollständig geteilten Tastaturen mit verstellbarem Winkel.
Dieser Verzicht passt allerdings konsequent zum Konzept. Ein integriertes Tenting-System hätte die Konstruktion dicker, schwerer und mechanisch deutlich aufwendiger gemacht. Genau das würde dem mobilen Anspruch der Sonsei entgegenstehen. Hier wird deshalb bewusst ein Teil der maximalen Einstellbarkeit geopfert, damit die Tastatur flach, leicht und unkompliziert transportierbar bleibt.
Die Sonsei ist damit kein kompromissloses Ergonomie-Werkzeug, sondern ein bewusst mobiler Mittelweg. Genau das sollte bei der Einordnung berücksichtigt werden.

Auf dem Notebook sieht sie zuerst falsch aus und ergibt dann plötzlich Sinn

Eine der ungewöhnlicheren Ideen der Sonsei ist die Nutzung direkt auf einem Notebook. Dygma hat die Tastatur nach eigenen Angaben auf Geräten unterschiedlicher Größen ausprobiert. Bei 13- und 14-Zoll-Modellen kann die Sonsei je nach Gehäuseform auf den seitlichen oder oberen Bereichen des Notebook-Chassis aufliegen, ohne die darunterliegende Tastatur auszulösen. Bei größeren Geräten lässt sie sich teilweise direkt über dem vorhandenen Keyboard positionieren.
Optisch wirkt das im ersten Moment ein wenig so, als hätte eine Tastatur beschlossen, eine zweite Tastatur zu überfahren. Praktisch steckt dahinter aber ein nachvollziehbarer Gedanke. Wer zuhause mit einem ergonomisch optimierten Layout arbeitet und unterwegs auf die flache Notebook-Tastatur zurückfällt, verliert schlagartig sämtliche eingelernten Abläufe rund um Daumentasten, Layer und die spaltenorientierte Anordnung.
Die Sonsei kann genau diese Lücke schließen. Statt unterwegs wieder komplett auf das klassische Notebook-Layout umzuschalten, bleibt die grundlegende Bedienlogik erhalten. Das ist vor allem dann interessant, wenn die Sonsei nicht als alleinige Tastatur genutzt wird, sondern als mobile Ergänzung zu einer Dygma Defy.
Dygma erlaubt sogar, ein Defy-Backup über Bazecor auf die Sonsei zu übertragen. Die physische Anordnung beider Modelle ist zwar nicht identisch, viele Layer, Funktionen und vertraute Belegungen lassen sich trotzdem übernehmen. Dadurch muss unterwegs nicht bei null begonnen werden.
Genau darin liegt wahrscheinlich eine der sinnvollsten Verbindungen zwischen beiden Modellen. Die Defy bleibt am festen Arbeitsplatz und bietet dort maximale Freiheit bei Abstand, Winkel und Positionierung. Die Sonsei nimmt einen großen Teil derselben Bedienlogik mit nach draußen, ohne dass zwei Tastaturhälften, zusätzliche Halterungen oder ein größerer Aufbau nötig werden.
Das wirkt weniger spektakulär als viele andere Funktionen, dürfte im Alltag aber zu den stärkeren Argumenten gehören. Eine ergonomische Eingabelogik ist schließlich besonders dann hilfreich, wenn sie nicht jedes Mal an der Bürotür endet.

Die Sonsei ist ergonomisch, aber sie ist keine medizinische Lösung

Bei ergonomischen Produkten lohnt eine klare Trennung zwischen sinnvoller Konstruktion und medizinischem Versprechen. Die Sonsei kann Bewegungswege verkürzen, die Position der Hände verändern und häufig genutzte Funktionen auf die Daumen verlagern. Dadurch müssen einzelne Finger weniger weit seitlich ausweichen, und viele Eingaben lassen sich näher an der Grundposition erledigen.
Das kann den Arbeitsalltag angenehmer machen. Es bedeutet aber nicht, dass eine ergonomische Tastatur automatisch Beschwerden beseitigt.
Ein zu hoher Schreibtisch bleibt zu hoch. Eine ungünstige Sitzposition wird nicht dadurch besser, dass vor dem Bildschirm 56 durchdacht angeordnete Tasten liegen. Auch stundenlanges Arbeiten ohne Pause wird durch Aluminium, Low-Profile-Switches und Daumencluster nicht plötzlich gesund.
Die Sonsei ist deshalb am sinnvollsten als Werkzeug zu verstehen. Sie kann helfen, Bewegungsabläufe ergonomischer zu gestalten und unnötige Wege zu reduzieren. Wie groß der Effekt tatsächlich ausfällt, hängt aber immer vom gesamten Arbeitsplatz, der Sitzposition und den persönlichen Gewohnheiten ab.
Genau in diesem Rahmen funktioniert sie überzeugend: nicht als medizinische Lösung, sondern als technisch durchdachtes Eingabegerät, das einige klassische Schwächen gewöhnlicher Tastaturen sehr bewusst angeht.

Der Preis ist das unangenehmste Thema

Mit einem Einstiegspreis von 279 US-Dollar spielt die Sonsei klar in einer Preisklasse, in der eine Tastatur mehr erklären muss als nur ihre Schalter und etwas Aluminium. Auf den ersten Blick wirkt der Preis sogar besonders hoch, weil sichtbar einiges fehlt: keine dedizierten Pfeiltasten, keine F-Reihe, kein Nummernblock, kein Drehregler, kein Display.
Genau deshalb greift ein Vergleich nach reiner Tastenanzahl zu kurz. Die Sonsei verkauft nicht möglichst viele Schalter pro Euro. Bezahlt werden das ungewöhnliche Layout, die flache Aluminiumkonstruktion, Hot-Swap-Sockel, Double-Shot-PBT-Keycaps, Bluetooth, Akku, die frei programmierbaren Layer, der Daumencluster und vor allem Bazecor als zentrale Schaltstelle des gesamten Konzepts.
Trotzdem bleibt 279 US-Dollar eine Ansage.
Für gelegentliche Büroarbeit oder ein paar Mails am Abend wäre dieser Preis nur schwer zu rechtfertigen. Dafür gibt es deutlich günstigere Tastaturen, die ihren Zweck problemlos erfüllen. Anders sieht es aus, wenn das Keyboard jeden Tag viele Stunden genutzt wird und tatsächlich als Werkzeug verstanden wird. Dann zählen nicht nur Ausstattung und Material, sondern auch Komfort, Anpassbarkeit und die Frage, wie viele tausend Anschläge täglich darüber laufen.
Das macht die Sonsei nicht plötzlich günstig. Es verschiebt nur die Perspektive. Ein Eingabegerät, das jeden Arbeitstag über Jahre genutzt wird, darf mehr kosten als Zubehör, das nur gelegentlich zum Einsatz kommt.
Ob dieser Aufpreis gerechtfertigt ist, hängt deshalb weniger davon ab, wie viele Tasten sichtbar vorhanden sind, sondern davon, ob das spezielle Konzept der Sonsei wirklich genutzt wird. Wer mit Daumenclustern, Layern und dem spaltenorientierten Layout nichts anfangen kann, zahlt hier schlicht zu viel. Wer genau diese Eigenschaften sucht und die Tastatur täglich einsetzt, bekommt dagegen deutlich mehr als nur ein besonders teures 56-Tasten-Keyboard.

Was nach einigen Tagen wirklich hängen bleibt

Die größte Überraschung der Sonsei steckt nicht im Aluminiumgehäuse, nicht in Bluetooth und auch nicht in der Akkulaufzeit. Selbst das ungewöhnliche Spaltenlayout rückt nach einiger Zeit in den Hintergrund. Was wirklich hängen bleibt, sind die Daumentasten und das Layer-System.
Sobald die Bewegungsabläufe sitzen, wirkt es plötzlich erstaunlich umständlich, für Pfeiltasten die komplette rechte Hand aus ihrer Position zu nehmen. Ähnlich merkwürdig erscheint danach eine klassische Leertaste, die einen großen Teil der unteren Tastaturreihe beansprucht, obwohl sie im Grunde nur eine einzige Aufgabe erfüllt.
Genau hier zeigt sich, wie stark traditionelle Tastaturlayouts von Gewohnheit leben. Das klassische Prinzip funktioniert hervorragend, ist universell verständlich und verlangt praktisch keine Eingewöhnung. Jahrzehntelange Verbreitung haben dafür gesorgt, dass sich kaum noch jemand Gedanken darüber macht, weshalb bestimmte Funktionen dort liegen, wo sie liegen.
Die Sonsei dreht diesen Gedanken um. Statt für jede Funktion eine eigene Taste bereitzuhalten, werden häufig genutzte Befehle näher an die Finger geholt. Die Daumen bekommen deutlich mehr zu tun, während Layer Aufgaben übernehmen, für die sonst zusätzliche Tastenblöcke nötig wären.
Das kann nach der Eingewöhnung überraschend effizient wirken. Gleichzeitig ist genau das die größte Hürde der Sonsei. Sie verlangt Zeit, Lernbereitschaft und die Bereitschaft, vertraute Abläufe teilweise neu zu ordnen.
Ihre Stärke liegt also nicht darin, universeller als eine klassische Tastatur zu sein. Das Gegenteil ist der Fall. Die Sonsei tauscht Universalität gegen Anpassbarkeit. Wer sich darauf einlässt, bekommt ein sehr persönliches Eingabegerät. Wer möglichst ohne Umstellung loslegen möchte, wird mit einem klassischen Layout schneller glücklich.

Was die Sonsei nicht kann

Die Sonsei ist keine vollständig geteilte Tastatur und versucht auch nicht, eine solche vollständig zu ersetzen. Wer möglichst viel ergonomische Freiheit sucht, stößt hier deshalb bewusst auf Grenzen. Abstand und Winkel der beiden Tastenfelder sind fest vorgegeben, ein Tenting-System fehlt ebenfalls. Genau diese Punkte lassen sich bei einer echten Split-Tastatur deutlich individueller an Sitzposition, Schulterbreite und persönliche Vorlieben anpassen.
Auch beim Thema Hot-Swap bleibt die Sonsei etwas eingeschränkter als viele klassische mechanische Tastaturen. Die verwendeten Gateron-Low-Profile-Schalter bieten weniger Auswahl als das inzwischen riesige MX-Ökosystem. Wer gern ständig verschiedene Switches ausprobiert, findet hier entsprechend weniger Spielraum.
Ähnlich verhält es sich mit den fehlenden dedizierten Pfeil- und Funktionstasten. Über Layer sind sämtliche Funktionen vorhanden, sichtbar sind sie aber nicht. Das funktioniert nach der Eingewöhnung sehr gut, verlangt allerdings ein anderes Muskelgedächtnis. Wer häufig zwischen mehreren Tastaturen wechselt, muss sich deshalb jedes Mal etwas umstellen.
Eine weitere Schwäche entsteht ausgerechnet aus einer der größten Stärken von Bazecor. Weil sich nahezu jede Taste und jeder Layer frei konfigurieren lässt, kann die Sonsei auch problemlos kaputtkonfiguriert werden. Ein überladenes Layout mit zu vielen Sonderfunktionen, mehrfach belegten Tasten und unlogischen Ebenen fühlt sich schnell schlechter an als die Werkseinstellung.
Die Freiheit ist also enorm, sie braucht aber etwas Disziplin. Die beste Sonsei-Konfiguration ist nicht die spektakulärste, sondern diejenige, die nach einiger Zeit einfach funktioniert und im Alltag gar nicht mehr auffällt.

Was sie ausgesprochen gut kann

Die Sonsei überträgt einen Teil der ergonomischen Idee vollständig geteilter Tastaturen in ein Format, das tatsächlich problemlos mitgenommen werden kann. Genau darin liegt wahrscheinlich ihre größte Stärke.
Ein optimal eingerichteter Arbeitsplatz hilft schließlich nur dort, wo er auch vorhanden ist. Sobald der Arbeitstag ins Besprechungszimmer, ins Hotel, in den Zug oder an einen anderen Schreibtisch wandert, bleibt von der gewohnten Ergonomie meist wenig übrig. Dann übernimmt wieder die integrierte Notebook-Tastatur mit ihrem klassischen Layout, enger Handposition und den bekannten langen Wegen zu Navigation und Sondertasten.
Die Sonsei schafft hier einen erstaunlich gelungenen Mittelweg. Sie ist flach genug für den Rucksack, leicht genug für den täglichen Transport und trotzdem eine vollwertige mechanische Tastatur. Dazu kommen die acht Daumentasten, die frei programmierbaren Layer und die Möglichkeit, das gesamte Layout über Bazecor an die eigenen Abläufe anzupassen.
Das Entscheidende ist dabei, dass sie sich nicht wie eine abgespeckte Notlösung anfühlt. Die Sonsei wirkt nicht wie eine ergonomische Tastatur, der für den mobilen Einsatz einfach ein Teil ihrer Funktionen gestrichen wurde. Stattdessen wurde das Konzept von Anfang an auf diesen Einsatzzweck zugeschnitten.
Natürlich bleibt der Kompromiss sichtbar. Der Abstand zwischen den Händen ist fest, Tenting fehlt und die Freiheit einer vollständig geteilten Tastatur erreicht sie nicht. Dafür verschwindet ein anderes Problem vollständig: Die Sonsei muss nicht jedes Mal aufgebaut, ausgerichtet und mit mehreren Teilen verstaut werden.
Genau deshalb funktioniert sie im Alltag so gut. Sie bringt einen großen Teil der Dygma-Idee mit, ohne aus jedem mobilen Arbeitsplatz ein kleines Projekt zu machen. Für eine Tastatur, die ergonomischer arbeiten und trotzdem regelmäßig im Rucksack landen soll, ist das wahrscheinlich das stärkste Argument überhaupt.

Fazit: Erst werden die Finger beleidigt, danach wird es schwierig zurückzugehen

Die Dygma Sonsei gehört zu diesen Tastaturen, die sich nach zwei Tagen noch gar nicht fair bewerten lassen. Am ersten Tag gewinnt die Gewohnheit. Am zweiten meistens ebenfalls. Vielleicht auch noch am dritten. Die Finger suchen, Tippfehler nerven und zwischendurch stellt sich durchaus die Frage, weshalb ein Tastaturlayout verändert werden muss, das seit Jahren ohne größere Probleme funktioniert.
Dann verschiebt sich die Wahrnehmung langsam.
Die Spalten beginnen logisch zu wirken, die Daumentasten werden selbstverständlich und plötzlich sitzt Backspace an einer Stelle, die sich rückblickend fast offensichtlicher anfühlt als rechts oben am Rand. Pfeiltasten erscheinen über einen Layer direkt unter den Fingern, ohne dass die komplette rechte Hand ihren Bereich verlassen muss. Der virtuelle Nummernblock ist vorhanden, wenn er gebraucht wird, und verschwindet danach wieder. Aus einem zunächst fremden Layout wird Schritt für Schritt ein Werkzeug.
Genau darin liegt der Reiz der Sonsei.
Sie versucht nicht, eine kleinere Defy zu sein. Dafür fehlen ihr einige der wichtigsten Freiheiten einer vollständig geteilten Tastatur. Beide Hälften lassen sich nicht unabhängig positionieren, der Abstand bleibt fest vorgegeben und ein Tenting-System gibt es ebenfalls nicht. Wer genau diese maximale Anpassbarkeit sucht, bekommt bei der Defy schlicht mehr Möglichkeiten.
Die Sonsei löst dafür ein anderes Problem.
Eine Defy verlangt nach einem Arbeitsplatz. Die Sonsei kann Teil des Gepäcks werden.
Mit knapp 400 Gramm Gewicht, flacher Bauweise, Bluetooth für bis zu fünf Geräte und einer sehr ordentlichen Akkulaufzeit ohne aktive Beleuchtung funktioniert das Konzept tatsächlich auch außerhalb eines festen Schreibtisches. Genau dort wird klar, weshalb Dygma den festen Rahmen nicht einfach als Einschränkung betrachtet hat. Die Tastatur landet auf dem Tisch, wird eingeschaltet und ist einsatzbereit. Keine zwei Hälften müssen ausgerichtet werden, kein zusätzlicher Aufbau ist nötig.
Trotzdem bleibt genug von der eigentlichen Dygma-Idee erhalten, damit die Sonsei nicht einfach eine weitere flache Bluetooth-Tastatur wird. Das spaltenorientierte Layout reduziert unnötige seitliche Fingerbewegungen, die beiden getrennten Tastenbereiche öffnen die Handposition etwas und die acht Daumentasten verteilen Arbeit deutlich sinnvoller als eine klassische, überdimensionierte Leertaste. Bazecor erweitert die 56 physischen Tasten über Layer und frei konfigurierbare Funktionen weit über ihre sichtbare Anzahl hinaus. Hot-Swap und ein austauschbarer Akku schaffen außerdem eine vernünftige Grundlage dafür, die Tastatur länger als nur ein paar Jahre zu nutzen.
Natürlich bleibt der Preis schwierig.
279 US-Dollar sind keine Summe, die bei einer Tastatur einfach nebenbei verschwindet. Dafür muss die Sonsei regelmäßig eingesetzt werden. Sie muss Teil des Arbeitsalltags werden, die Layer müssen genutzt werden und die Daumentasten dürfen nicht nur dekorativ unterhalb des eigentlichen Tastenfeldes liegen.
Genau dann funktioniert sie am besten.
Die vielleicht treffendste Anekdote entsteht deshalb gar nicht während der Nutzung der Sonsei, sondern danach. Nach längerer Zeit liegt wieder eine ganz gewöhnliche Tastatur vor den Händen. Der erste Satz funktioniert problemlos. Der zweite ebenfalls. Dann soll ein Wort gelöscht werden. Der Daumen bewegt sich automatisch dorthin, wo auf der Sonsei Backspace liegt, und trifft auf eine riesige Leertaste.
Für einen kurzen Moment wirkt nicht mehr die Dygma Sonsei ungewöhnlich.
Sondern die Tastatur, die seit Jahrzehnten als völlig normal gilt.
Gerade diese Wirkung bleibt nach dem Test hängen. Die Sonsei ist nicht perfekt, nicht universell und mit ihrem festen Aufbau auch nicht die flexibelste ergonomische Tastatur auf dem Markt. Dafür verbindet sie Ergonomie, Mobilität, Reparierbarkeit und eine ungewöhnlich durchdachte Bedienlogik zu einem System, das im Alltag tatsächlich funktioniert.
Für diese technische Konsequenz, die gelungene Umsetzung des mobilen Ergonomiekonzepts und die hohe Anpassbarkeit erhält die Dygma Sonsei den DataHolic Technologie Award.

Hinweis gemäß EU-Vorgaben zur Transparenz:
Die in diesem Testbericht vorgestellte Dygma Sonsei wurde uns von Dygma als unverbindliche Leihgabe zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Es handelt sich dabei nicht um bezahlte Werbung.
Dygma hatte keinerlei Einfluss auf Inhalt, Bewertung oder redaktionelle Unabhängigkeit dieses Artikels. Alle geäußerten Meinungen basieren ausschließlich auf unseren eigenen Praxiserfahrungen.
Wir bedanken uns herzlich bei Dygma für die Bereitstellung der Dygma Sonsei und das entgegengebrachte Vertrauen in dataholic.de.

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